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28.07.2010

Pressekonferenz RDA-Workshop: Statement von Richard Eberhardt RDA-Präsident

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind und darf Sie recht herzlich zu unserer RDA-Workshop Pressekonferenz begrüßen. Ich werde Ihnen die Situation der Bustouristik erläutern sowie Trends vorstellen und Dieter Gauf wird Sie anschließend über wichtige Aktionen und Kampagnen des RDA in diesem Jahr informieren.

 

Der RDA ist der in Europa führende Verband für Bus- und Gruppentouristiker und ihre Partnerunternehmen. Mit rund 3.000 Betrieben und mehreren angeschlossenen Verbänden in mehr als 40 Ländern und über 70 Branchen ist der RDA ein sehr heterogener Verband und breit im Tourismus verwurzelt.

Diese Breite und Vielfalt zeigt sich insbesondere auf dem RDA-Workshop: Ein paar Zahlen verdeutlichen die Bedeutung des 36. RDA-Workshops, Europas wichtigster Einkaufsmesse für die Bus- und Gruppentouristik. Mit 1.157 Ausstellern verzeichnet der diesjährige Workshop gegenüber dem letzten Jahr ein leichtes Plus von 2%. Es präsentieren sich Anbieter aus 73 Branchen. Gezeigt wird das Leistungsspektrum in 60 Urlaubsländern. 45 Länder werden direkt durch dort ansässige Betriebe repräsentiert, aber auch durch Unternehmen aus den tourismuswirtschaftlich nachgelagerten Bereichen.

 

Vieles ist neu in diesem Jahr: Es stellen allein 215 Aussteller erstmalig aus. Damit liegt die Quote der Neuaussteller um ein Drittel über der im Vorjahr. Mit dem Fachthema Radreisen wird zum zweiten Mal der Fokus auf eine Trendurlaubsform gelegt, zu der Aussteller innovative Ideen zeigen. Auf dem Mitmachforum Talking Together werden viele spannende Themen komprimiert und informativ abgehandelt. Ich hoffe, Sie haben oder werden sich das eine oder andere noch ansehen und anhören.

Lassen Sie mich nun zur Situation der Bustouristik kommen.

Die Bustouristik in Deutschland ist Mittelstand pur: 4.700 privaten Unternehmen agieren überwiegend in ihren regionalen Märkten mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Trotz einer durchaus treuen Stammkundschaft, hat auch die Bustouristik im Windschatten der Finanzkrise die negativen Folgen des Reisejahres 2009 gespürt. Die Ausmaße hielten sich allerdings in Grenzen.

Der in Deutschland gerade stattfindende Wandel vom klassischen Busunternehmer zum mittelständischen Reiseveranstalter mit breit aufgestelltem Reiseprogramm, von der klassischen Ferienbusreise bis zur Flugreise mit Busrundreise am Zielort, hat den Unternehmen auch Umsatzzuwächse beschert. Schwankende Dieselpreise, die steuerliche Diskriminierung – Busunternehmen zahlen ca. 70 Prozent der Kraftstoffkosten an den Fiskus, während Kerosin immer noch steuerfrei ist – und die kapitalintensive Beschaffung und Instandhaltung moderner Busflotten sind die größten Kostenblöcke.

Blickten Anfang des Jahres noch die überwiegende Zahl der Unternehmer skeptisch in die Saison, haben sich die dunkeln Wolken nun etwas verzogen. Trotz der noch nicht entspannten wirtschaftlichen Lage, bewerten die in der DIHK Saisonumfrage befragten Busunternehmen die Geschäftslage der Saison 2009 positiver als in den letzten fünf Jahren. Um die Nachfrage stabil zu halten, verzichten 70 Prozent der Unternehmen darauf, die Reisepreise anzuziehen, lediglich 20 Prozent wollen hier den Hebel nach oben ansetzen.

 

Studien zur Zufriedenheit der Buskunden zeigen immer wieder, dass der Reisende mit der Busreise grundsätzlich zufrieden ist. Der Gast schätzt vor allem den Service während der Reise, den Komfort im Bus sowie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und das zu recht.

 

Doch wer als Unternehmer seinen Kunden ein gleichbleibend gutes Produkt oder gar ein besseres anbieten will, muss modernisieren oder auch neue Busse erwerben. Knapp 88 Prozent der Unternehmen (der höchste Wert seit 5 Jahren) wollen dies auch weiterhin so handhaben. Damit geht die Branche konsequent den Weg der Modernisierung und des qualitativen Wandels weiter.

 

Dies dauerhaft zu kommunizieren ist eine zentrale Aufgabe des RDA, denn bisher klingen für viele Menschen Busreisen nicht sexy genug. Gerade das Image der Busreise ist für „neue“ Gäste wichtig und kann entscheidend bei der Buchung sein. Die Bus- und Gruppentouristik muss ihr Image aufpolieren, wenn in den nächsten Jahren das Potenzial wirklich ausgeschöpft werden soll. Der RDA plant in Zusammenarbeit mit der Gütegemeinschaft Buskomfort gbk und der Omnibusindustrie gezielte Imagemaßnahmen.

Der Busreisende, ein Abenteurer

Busreisende, das hat sich auch gezeigt, sind neugieriger auf neue Destinationen und aufgeschlossener als der Rest der Urlauber. Sie wollen fremde Länder und Kulturen kennen lernen und dabei gut betreut in der Gruppe unterwegs sein. Der Wunsch nach Individualität nimmt ebenfalls zu. Die Gäste legen Wert darauf, auch einmal allein unterwegs zu sein und lehnen ein allzu starres Zeitkorsett ab. Darüber hinaus geht der Trend zu kleineren Gruppen und damit auch zu entsprechenden Bussen. Dem kommen die Hoteliers vielfach entgegen mit verlängerten Stornofristen oder einem angepassten Preis, wenn sich die Gruppengröße verringert.

Busreisende nutzen das Internet aktuell weniger als der Durchschnittsurlauber. Noch ist das Buchungsverhalten der Busurlauber eher langfristig ausgerichtet und sucht nicht nach dem schnellen Urlaubsglück im Internet. Die Mehrheit der Urlauber bucht 4 bis 6 Wochen vor Antritt der Reise. Es ist davon auszugehen, dass sich die Internetnutzung und somit auch das Buchungsverhalten sukzessive ändern werden.

 Wohin die Reise geht

Kurz- und Städtereisen sowie der Ausflugsverkehr entwickelten sich positiv. Auch die Anmietverkehre konnten bei rund der Hälfte der Veranstalter zulegen. Inländische Ziele erleben einen Nachfrageboom. Besonders gefragt sind die Küstenregionen oder Städte wie Hamburg und Berlin. Im Deutschlandtourismus ist der nach wie vor Bus ein wichtiger Partner für die Destinationen.

Mehr und ausführlichere Informationen zum Thema Kurz- und Städtereisen werden Sie im Anschluss an diese Pressekonferenz exklusiv von der FUR bekommen.

Zu den bevorzugten Reisearten bei Busurlaubsreisen zählen Badereisen sowie Natur- und Kultururlaub. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben hier erneut ihre Position als Spitzenreiter behauptet. In Mecklenburg-Vorpommern zog es drei Viertel aller Busreisenden an die Ostseeküste. Oberbayern und Ostbayern gehören zu den Top-Regionen in Bayern.

Das Topziel der Bustouristik ist und bleibt Italien, dort konnte in der Reisesaison 2009 Boden gut gemacht werden. Österreich und die Schweiz sind ebenfalls verlässliche Busdestinationen und stiegen in der Nachfrage. Bei den ausländischen Zielen verliert Spanien erneut in Folge Marktanteile als Busreisziel und rangiert nunmehr auf dem 6. Platz. Eine unmittelbare Folge des forcierten Ausbaus des Landes zur Flugdestination.

Bella Italia, das Lieblingsziel der Busreisenden, ist nicht mehr das Lieblingsziel der Unternehmer. Schuld daran sind ständig neue Hiobsbotschaften. Der Anstieg der Einfahrtgebühren in Rom ist drastisch und bringt viele Kollegen mitten in der Saison auf die Palme. Dabei handelt es sich um ein grundsätzliches Ärgernis, dass uns trotz vielfältiger Beteuerungen, auch der italienischen Tourismusministerin Michele Brambilla, immer wieder beschäftigt. Der RDA ist bei diesem Thema sehr aktiv interveniert regelmäßig bei den zuständigen Behörden und hat erst kürzlich im Gespräch Frau Brambilla auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Dass es aber auch positive Beispiele gibt, zeigt Arezzo, das komplett auf Einfahrtgebühren verzichtet.

Radreisen, am liebsten am Stück

Radreisen, das Kampagnenthema des diesjährigen Workshops und in den Hallen nicht zu übersehen, haben sich in den letzten Jahren zur etablierten Tourismusform entwickelt. Der Fahrradtourismus hat sich mit einem Gesamt-Bruttoumsatz von 3,8 Mrd. Euro zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor des Deutschlandtourismus entwickelt.

Gern sitzt der Radreisende in Deutschland 7 bis 8 Tage auf dem Sattel. Am liebsten bei einer geführten Tour mit Übernachtung und Frühstück. Fahrradurlaub ist Generationen- und Milieuübergreifend. Allerdings sind die mittleren Einkommensgruppen bis 3.000 Euro am stärksten vertreten. Auf den Drahtesel sind neben den Radreisespezialisten mittlerweile auch Bus-/ Reiseveranstalter aufgesprungen und haben ihre Angebote ausgebaut. Da viele gern das eigene Rad mitnehmen ist der Fahrradanhänger am Bus kein ungewohntes Bild mehr. Bei den täglichen Touren kann der einzelne Gast oft selbst bestimmen, wie viel Etappen er am Tag radeln will, und lässt sich bei Bedarf vom Begleitbus mitnehmen.

Meine Damen und Herren,

die Deutschen sind nicht Fußballweltmeister geworden, verteidigen aber ihre Stellung als Reiseweltmeister. Der Besorgnis vieler Deutscher vor einer Verschlechterung der individuellen Beschäftigungs- und Einkommenssituation zum Trotz, blieb der private Konsum in 2009 relativ stabil.

Ein Fazit: Insgesamt blickt die Tourismuswirtschaft aufgrund der momentanen Buchungslage positiv in die Reisesaison 2010. Die Optionalität der Kunden wird aufgrund der Haushaltssituation steigen. So haben bisherige Nischenelemente die Chance eine wahre Renaissance zu erleben. Dazu zählen zum Beispiel: Ausflüge in Naherholungsgebiete, Wellnessurlaub im Kleinen, Aktivferien auf dem Rad oder zu Fuß haben Wachstumspotenzial.

 

Kontakt

Annette Heinemann
Telefon: +49 2244 90 33 33
Telefax: +49 2244 87 74 22
E-Mail: presse@rda.de

RDA-Pressesprecher
Dieter Gauf

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