Das starke Netzwerk für Gruppenreisen
www.rda.de > News & Presse > Nachrichten > Sicherheit & Umwelt > Sicherheit Details

Nachrichten Detailansicht Sicherheit & Umwelt

28.05.2018

Johannes Hübner, RDA-Sicherheits-beauftragter und RBI-Koordinator: „Mit Notfall-Management bei Krisen in der Spur bleiben“

Sicher ankommen ist das A & O jeder Reise

Eine Krise kommt in der Regel nicht mit Ansage. Dabei muss es nicht immer der Busunfall mit tragischen Folgen sein, sondern jedes unvorhergesehene Ereignis kann zum Notfall werden. Ein kollabierender Passagier oder eine Reifenpanne auf der Standspur der Autobahn sind potenziell dramatische Ereignisse, vor allem wenn Fahrer und Reiseleiter unsicher sind. Damit das Bordpersonal und die Mitarbeiter im Unternehmen wissen, was in solchen Situationen zu tun ist, müssen sie darauf gezielt vorbereitet werden.

Johannes Hübner ist Sicherheitsbeauftragter des RDA und Koordinator der Sicherheitsinitiative RDA Reise Bus Intervent (RBI). RBI umfasst ein 24h-Unfall- und Sicherheits-Monitoring der gesamten Bustouristik, um qualifizierte Informationen zu Unfällen mit Reisebussen zu sammeln, auszuwerten und für erste Hilfsmaßnahmen zu bündeln. Als gefragter Experte zu Unfällen mit Busbeteiligung hat er in der Vergangenheit sachlich korrekt in Interviews und Pressekonferenzen Stellung bezogen und so, oft aus der Erfahrung heraus, die richtigen Schlüsse gezogen.

RDA: Herr Hübner, was ist in einer Krisensituation sofort zu tun?
Johannes Hübner: Die Basis der Helfenden erweitern! Sicherheitshalber die Rettungsleitstelle (112) informieren, sofort das Unternehmen verständigen, wenn es sich um einen schwierigen Vorfall handelt, auch den RBI-Notruf. Der ist jederzeit erreichbar und kann seinerseits das Unternehmen verständigen, Hilfe zum Geschehen entsenden und sogar direkt Tipps oder Übersetzungshilfe geben.

RDA: Wie und wann sollte/muss man sich als Unternehmen auf eine Krisensituation vorbereiten?
Johannes Hübner: Lange bevor ein solcher Fall eintritt. Krisen und Notfälle muss man proben, muss die Ansprechpartner im Unternehmen einbinden, briefen und ausstatten und auch den Anwalt, das Versicherungsbüro sowie andere Beteiligte mit ihren Telefonnummern. Alles muss mindestens einmal durchgespielt sein, bevor der erste Notfall kommt. Je früher man dieses Sicherheitsnetz spannt, desto besser – der RDA bietet dafür viele wichtige Hilfen.

RDA: Welches Handwerkszeug sollte man parat haben? Welche Dinge sind abzuarbeiten, damit die Krise nicht noch zu einem Notfall am Unternehmensstandort wird?
Johannes Hübner: Das wichtigste ist die beim RDA erhältliche RBI-Notfall-Mappe im handlichen Format, welche ideal in alle Fahrtunterlagen passt, zu den Fahrzeugpapieren und auch in jeden Schreibtisch. Tritt ein Notfall ein, genügt ein Aufschlagen der Mappe und schon hat man eine sachkundige Begleitung mit Möglichkeit zum Mitnotieren aller Schritte. Im gesamten Unternehmen sind Notfall-Telefonnummern von Mitarbeitern zu kommunizieren, die rund um die Uhr erreichbar sind. Ganz wichtig: Zu jeder Reise gehört eine vollständige Passagierliste mit Telefonnummern, die in Kopie auch beim Unternehmen vorliegen sollte, heutzutage kein Problem.

RDA: Warum sind viele Busunternehmer bisher nicht hinreichend vorbereitet, haben keine funktionierende Notfallstruktur aufgebaut?
Johannes Hübner: Die Gewohnheit sagt „Wir hatten noch nie einen gravierenden Vorfall“ und man ignoriert, wie viele Pannen und Schwierigkeiten man unterjährig löst, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass aus kleinen Malaisen schnell eine echte Krise werden kann. Es muss nur eine Kleinigkeit nicht klappen oder etwas Unvorhergesehenes hinzukommen.

RDA: Wie umfangreich ist im Notfall die Medienarbeit der Sicherheitsinitiative RBI? Sprechen Sie auch im Namen des Busunternehmens mit den Medien? Geben Sie für diese Interviews?
Johannes Hübner: Das Medieninteresse ist meist so groß, dass man das betroffene Unternehmen unbedingt davon entlasten sollte. Auch, weil es manchmal sehr nega-tive Begleiterscheinungen gibt, etwa wenn vorzeitig Fotos im Internet kursieren. Deshalb übernimmt RBI gern die Medienvertretung, an einem ganz anderen Ort oder auch am Unfallort und sorgt dafür, dass sachliche Informationen Verbreitung finden und Fragen beantwortet werden – für RDA-Mitglieder kostenfrei. 

RDA: Wie wichtig ist es, speziell bei der Krisenkommunikation bezüglich Busun-ternehmen, jemanden im Krisenstab zu haben, der technische Kenntnisse besitzt und Unfälle analysieren kann?
Johannes Hübner: Technische und fachliche Kenntnisse sind sehr wichtig, weil schnell Behauptungen im Raum stehen, die mit der technischen Realität nicht übereinstimmen. Geduldig erklären, nachfragen und zuhören, zugleich aber auch selbst recherchieren, muss zumindest einer im Krisenstab beherrschen.  

RDA: Was sind die absoluten „No-Gos“ in einer Krise?
Johannes Hübner: Schuldzuweisungen und Schutzbehauptungen – „Schu-Schu“ ist No-Go! Auch auf Zeit spielen ist gefährlich, denn Social Media ist meist schneller als die eigenen Informationskanäle. Mit ruhiger Sachlichkeit und gegebenenfalls auch mit der Bitte um Geduld bis gesicherte Erkenntnisse vorliegen, sollte man den Medien den Wind aus den Segeln nehmen und die Situation so beruhigen. 

Weiterbildung für Reisebusfahrer im Sinne des BKrFQG
Bussicherheit durch versierte „Bus-Piloten“ bieten die regelmäßig stattfindenden Weiterbildungsseminare „Bus-Pilot“ der TÜV Rheinland Akademie und des RDA gemäß Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG). Der Schwerpunkt des praxisorientierten, eintägigen Seminars liegt in der Fokussierung auf reisebusspezifische Themen.

Besonders wichtig sind auch die Anleitung zum richtigen Verhalten in der Krise sowie der professionelle Umgang in Extremsituationen. Ferner werden die Optimierung des Verhaltens im Reisebusverkehr und ein serviceorientierter Umgang mit den Fahrgästen erläutert.

Die praxiserfahrenen Trainer der TÜV Rheinland Akademie und der „Bus-Pilot“-Schulungen haben zudem einen besonderen Zugang auf Augenhöhe zu den Seminarteilnehmern. Das zeigt sich regelmäßig auch im regen Austausch der Teilnehmer mit den Referenten. Die aktuellen Praxisbeispiele, sowohl der Referenten als auch der Teilnehmer, sind das Salz in der Suppe dieses Seminars.

Im Anschluss erhalten alle Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung der TÜV Rheinland Akademie.

Kontakt

RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V.
Hohenstaufenring 47-51
50674 Köln
Telefon: +49 221 91 27 72 0
Fax: +49 221 91 27 72 27
E-Mail: info @rda .de

Benutzer Anmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden: