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28.07.2014

Pressekonferenz auf dem RDA-Workshop: Statement von Hermann Meyering, RDA-Vizepräsident udn Vorsitzender der gbk

Komfortables Busreisen fängt beim Buchen an: Nicht nur dank des WM-Titels, den die Fußball-Nationalelf aus Brasilien mitgebracht hat, ist die Bundesrepublik zum Vier-Sterne-Land aufgestiegen. Auch die meisten der rund 1200 Reisebusse, die von der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) klassifiziert werden, erfüllen den Vier-Sterne-Standard, nämlich fast drei Viertel.

Diese Fahrzeuge bieten den Reisegästen neben hohem Sitzkomfort auch viel technischen Bordservice: Toiletten, Gepäckablagen, Klimaanlagen, verstellbare Fußstützen und getönte Seitenscheiben machen lange Rundreisen zum kurzweiligen Vergnügen. Ein kühles Bier zur Bockwurst oder ein heißer Kaffee zum Schokoriegel heben die Stimmung in der Reisegruppe.

Rote Karte für Foulspieler
Seit fast 40 Jahren klassifiziert die gbk die Reisebusse ihrer Mitglieder mit Sternen. Dieses Gütezeichen RAL Buskomfort basiert auf strengen Kriterien. Die Anforderungen für die Verleihung der Bus-Sterne werden nicht nur vom Deutschen Institut für Gütesicherung- und Kennzeichnung (RAL) überwacht. Ihre Einhaltung wird auch regelmäßig von neutralen Organisationen kontrolliert.

Reiseveranstalter, die ihre Busse mit abgelaufenen oder selbst kreierten Sternen schmücken, bewegen sich im juristischen Abseits. Um die Verbraucher vor diesem Foulspiel zu schützen, bearbeitet die gbk im Jahr über 100 Fälle, in denen Busunternehmer mit falschen Sternen werben. Einigen müssen wir die gelbe Karten zeigen.

Viele Reiseveranstalter wissen nicht, dass die Bus-Sterne geschützt sind. Und manche wollen es nicht wissen. Dann schaltet sich die Wettbewerbszentrale ein und sorgt notfalls auch vor Gericht dafür, dass die Spielregeln der Klassifizierung eingehalten werden. Die (Schieds-)Richter urteilen stets gegen die Werbung mit Sternen, die nicht von der gbk  legitimiert sind. Auch für die Werbung mit solchen Sternen im Internet oder Katalog gibt es die rote Karte. Und eine saftige Geldstrafe.

Bereits mehr als 20 Prozent der klassifizierten Reisebusse tragen fünf Sterne - Tendenz steigend. Vielleicht ist das ja ein Omen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Diese Luxus-Klasse bietet ihren Gästen nicht nur eine großzügige Beinfreiheit von mindestens 81 Zentimetern. Mit einer Änderung der Güte- und Prüfbestimmungen hat die gbk dieses Jahr dafür gesorgt, dass aus dem WC im Fünf-Sterne-Bus eine Komforttoilette mit einer Stehhöhe von mindestens 1,80 Metern wird. Und Steckdosen für jeden Doppelsitz garantieren, dass die Gäste ihre multimedialen Endgeräte nutzen können.

Die Vorzüge des Reisebusses gegenüber anderen Verkehrsträgern begründen sich nicht nur in einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Der Reisebus ist ein ganz besonderer Ort, in dem die Menschen Geselligkeit finden und Schulklassen oder Vereine ihr Gemeinschaftsgefühl zelebrieren können. Die gbk trägt mit der Klassifizierung zur Attraktivität dieser Reiseerlebnisse bei.

Ein aktueller Zeichentrickfilm, der im Auftrag des RAL produziert wurde und sowohl auf der gbk-Homepage als auch auf Youtube angeklickt werden kann, thematisiert diese Stärken des klassifizierten Qualitätsbusses und zeigt auf humorvolle Weise, warum ihn gerade Vereine gerne für ihre Ausflüge wählen. 

Wachstumspotential im Fernlinienverkehr
Hier auf dem RDA-Workshop werden den Besuchern auch innovative Konzepte für die Bordverpflegung präsentiert. Das breite Spektrum der Angebote reicht vom hochwertigen Menü aus dem Heißluftofen über die Espressomaschine bis zum Snackautomaten, der vor allem im Fernlinienverkehr zum Einsatz kommt. Die gbk hat auf diesen Trend reagiert und ist mit ihren Kriterien für die Klassifizierung nicht mehr auf den Würstleskocher fixiert. Mit der Definition eines Mindestvolumens für die Bordverpflegung schafft die gbk Raum für individuelle Lösungen ihrer Mitglieder.

Nach einer aktuellen Studie des Internationalen Bustourismusverbandes (IBV) erwarten mehr als die Hälfte von 750 befragten Busreiseveranstaltern für die Zukunft den größten Zuwachs im Fernlinienverkehr. Aber auch im etablierten Markt des Reiseverkehrs gehen etwas mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen von einer steigenden Geschäftsentwicklung aus. Und gut zwölf Prozent erwarten im Bereich des Fernlinienverkehrs einen steigenden Personalbedarf. Der vor dem Hintergrund des akuten Fahrermangels in der Bustouristik jedoch nicht so leicht zu decken sein wird.

Für die Busbranche bedeutet der demografische Wandel sowohl Segen als auch Fluch: Während mit der Generation 60plus auch die wichtigste Zielgruppe der Bustouristik wächst, steuert der hohe Altersdurchschnitt der Chauffeure das Gewerbe in einen personellen Engpass. Denn fast 70 Prozent der Fahrer sind älter als 45 Jahre. Dies ist das Ergebnis einer bundesweiten Online-Befragung, die dieses Jahr von der PAON GmbH im Auftrag des IBV durchgeführt wurde.

Aus dieser Analyse lassen sich auch Handlungsempfehlungen für die Verbände und ihre Mitglieder ableiten. Dazu gehört die Erschließung neuer Arbeitsmärkte. Deshalb will der IBV auch verstärkt Frauen und Migranten für den Beruf des Bus-Chauffeurs begeistern.

Der Busbranche fehlt bislang eine Ausbildungstradition, stellen die Autoren der Studie fest. Um im Wettbewerb mit angrenzenden Branchen über ausreichend Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen zu verfügen, müssen Busreiseveranstalter stärker als bisher selbst ausbilden.

Wir wollen unsere Mitgliedsunternehmen deshalb beim Aufbau von Ausbildungskooperationen und der Optimierung ihres Außenauftritts unterstützen. Dabei wollen wir ihnen zeigen, wie sie das Internet und die neuen sozialen Medien als effektive Plattform nutzen können, um sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Zur Bewältigung personalwirtschaftlicher Herausforderungen können auch staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden. Diesbezüglich besteht aber noch erheblicher Beratungsbedarf – eine Aufgabe für den IBV.

Busreisen per Mausklick
Die politische Lobbyarbeit des IBV und das Engagement gegen den Fahrermangel in der Bustouristik werden mit einem weiteren Projekt zu einer Imagekampagne des IBV ergänzt. Dabei geht es nicht nur darum, den Imagegewinn durch den Fernbusboom nachhaltig für die Branche zu nutzen und neue Zielgruppen für den Bus zu begeistern. Im Zentrum dieses Projektes steht ein neues Internetportal, das dem Verbraucher einen schnellen und einfachen Zugriff auf die Angebote der Busreiseveranstalter ermöglicht. Was unter www.flug.de längst Standard ist, soll unter www.bus.de noch kundenfreundlicher gestaltet werden. Denn komfortables Busreisen fängt schon beim Buchen an.

Zur Umsetzung dieses Vorhabens wurden vier Projektgruppen gebildet, die sich unter dem Dach eines Lenkungskreises mit den technischen und juristischen Fragen eines solchen Portals sowie seinen konkreten Inhalten und ihrer Vermarktung beschäftigen. In diese Gruppen lassen neben Mitarbeitern der Branchenverbände auch Busunternehmer sowie touristische Leistungsträger und Vertreter der Industrie ihre Kompetenz einfließen.

Das Ergebnis wird sowohl der Branche als auch der Öffentlichkeit auf den nächsten Mitgliederversammlungen des Internationalen Bustouristikverbandes (RDA) und der gbk im Frühjahr 2015 in Leipzig vorgestellt.

 

Kontakt

Annette Heinemann
Telefon: +49 2244 90 33 33
Telefax: +49 2244 87 74 22
E-Mail: presse@rda.de

RDA-Pressesprecher
Dieter Gauf

Hohenstaufenring 47-51
50674 Köln
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Fax: + 49 221 12 47 88
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