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14.03.2012

Genaue Ursache für Bus-Unfall mit 28 Toten im Wallis (CH) noch unklar, RDA spricht belgischem Bus-Verband seine tiefe Betroffenheit aus

Auf der Autobahn A9 bei Sierre im schweizerischen Wallis prallte am Abend des 13. März 2012 gegen 21.30 Uhr ein belgischer Reisebus mit 52 Fahrgästen in einem Tunnel der A 9 in Richtung Sitten gegen die Wand am Ende einer Not-Haltebucht. Dabei kamen 28 Personen ums Leben – 22 davon waren Kinder. Auch die beiden Fahrer überlebten den Unfall nicht. Weitere 24 Kinder wurden beim Unfall verletzt.

Die Kantonspolizei Wallis hat für die Familien der Verunfallten 0041 – 8 48 11 21 17 eine Notrufnummer eingerichtet. RDA-Präsident Richard Eberhard sprach den Angehörigen und Betroffenen sowie dem belgischen Busverband sein besonderes Mitgefühl aus.

Das RDA-Unfallmonitoring RBI (RDA-Bus-Intervention) nimmt nach ersten Erkenntnissen folgenden Verlauf an:
Der moderne Hochdecker-Bus könnte in einer leichten Rechtskurve kurz vor der rechts liegenden Haltebucht mit dem rechten Vorderrad den Bordstein berührt haben. Dabei einsteht eine „Ansaugwirkung“ nach rechts, das Rad wurde angehoben. Die fehlenden Kratzspuren an den Busseiten und vor allem den oberen Dachkanten des Busses belegen, dass der Hochdecker die Tunnelwand vor dem Unfall seitlich nicht berührt hat. An der Berührungsstelle mit dem rechten Vorderrad endet abrupt der Bordstein, so dass der Bus nach rechts in die Haltebucht „gezogen“ wurde.

Die Haltebucht ist nur etwa 4 Buslängen lang, der Bus prallte, ohne dass der Fahrer ihn wieder nach links aus der Bucht lenken konnte, trotz Vollbremsung stumpf gegen die rechtwinklig quer zur Fahrtrichtung befindliche Wand. Beim Gegenlenken nach links neigte sich der Bus stark nach rechts, was im Verbund mit der Tunnelwölbung zu den stärkeren Beschädigungen auf der rechten Busseite führte.

Die Querwand am Ende der Haltebucht ist nicht durch eine Leitplanke gesichert, es gibt lediglich eine im 45 Grad-Winkel nach links ableitende Bordsteinkante, die den Bus in letzter Sekunde vorn rechts noch etwas nach oben gedrückt hat. Die zur Fahrbahn zeigende Ecke der Beton-Querwand am Ende der Haltebucht ist grün gestrichen, scharfkantig und gemäß der Tunnelwölbung nach oben in Richtung Fahrbahn abgerundet. Die Aufprallgeschwindigkeit kann zu diesem Zeitpunkt trotz Vollbremsung noch 50 km/h betragen haben, wenn die Ausgangsgeschwindigkeit 80 km/h betragen hätte. Das erklärt die besonders schweren Zerstörungen im ersten Drittel des Fahrzeuges.

Der Bus ist vorher nicht „gegen die Tunnelwand gerast“, sondern lediglich gegen den Bordstein rechts gekommen. Dafür sprechen die an den rechten Rädern vorhandenen Raddeckel und die Tatsache, dass die Reifen unbeschädigt sind.

Nach den aktuellen Erkenntnissen der Experten des RDA, wäre der Unfall bei einer anderen Absicherung und Gestaltung der Nothaltebucht möglicherweise nicht so schwerwiegend verlaufen. Dieser Tunnel auf der A 9 bei Sierre in Valais ist bezüglich Sicherheit wegen eines fehlenden Deckenlöschsystems und der fehlenden Leitplanken allenfalls mit Note 3 einzustufen.

Der RDA-Unfallexperte Johannes Hübner steht für Medien-Rückfragen zur Verfügung.

Johannes Hübner, autoconsult
RBI-Koordination des RDA
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