Das starke Netzwerk für Gruppenreisen
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28.07.2014

Pressekonferenz auf dem RDA-Workshop: Statement von RDA-Präsident Richard Eberhardt

Situation der Bustouristik
Der RDA ist der in Europa führende Verband für Bus- und Gruppentouristikunternehmen mit einem in der gesamten Tourismusindustrie dicht verwurzelten Netzwerk. Dabei spielt der RDA-Workshop eine sehr bedeutungsvolle Rolle: Mit über 1.000 Ausstellern aus 40 Reiseländern und über 90 Branchen behauptet auch der 40. RDA-Workshop souverän die Position als Leitmesse der Bus- und Gruppentouristik.

Seit Januar 2013 eröffnen sich für Millionen von Reisegästen mit dem Fernlinienbusverkehr neue Alternativen. Gemeinsam mit dem DTV (Deutscher Tourismusverband) wollen wir morgen die rasche Entwicklung dieses Marktes aus verschiedenen Perspektiven erörtern, sowie aktuelle Fragen angehen und diskutieren. Dazu darf ich Sie herzlich einladen, es lohnt sich!

Eines der ganz klassischen Ziele der Bus- und Gruppentouristik möchte ich noch erwähnen: die Bundesgartenschau. Wir haben gestern mit Vertretern der Bundesgartenschau, die vom 18. April bis 11. Oktober 2015 in der Havelregion stattfinden wird, erneut ein Kooperationsabkommen geschlossen. Ich kann Ihnen sehr empfehlen, sich auf dem RDA-Workshop über die BUGA-Highlights 2015 zu informieren.

Situation der Bustouristik
Der Tourismus ist und bleibt eine sich stetig weiterentwickelnde Industrie. Die Branche basiert auf einer hohen Dynamik in Angebot und Nachfrage wie kaum eine andere. Entwicklungen und Trends aus einer intensiven Marktforschung abzuleiten ist damit zu einer wesentlichen Aufgabe des RDA geworden. Nicht umsonst ist Dieter Gauf Anfang Juli erneut in den Vorstand der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen FUR gewählt worden. Bei Fragen zu Marktforschung und Statistik ist er auch heute der richtige Ansprechpartner. Und FUR-Geschäftsführer Rolf Schrader, wird morgen erste exklusive Ergebnisse aus der Reiseanalyse 2014 zum Fernlinienbusverkehr vorstellen.

Lassen Sie mich nun zur aktuellen Situation der Bustouristik kommen. Die Ergebnisse der Reiseanalyse (RA) 2014, können sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr wurden 71 Mio. Urlaubsreisen (ab 5 Tagen) von 55 Mio. deutschen Reisenden unternommen. Dies entspricht einem Anteil von 78 Prozent der Bevölkerung (sog. Urlaubsreiseintensität), die mindestens eine Urlaubsreise unternommen haben, und erreicht damit Rekordwerte!

Die Anzahl der Urlaubsreisen mit dem Bus sind um 260.000 auf 5,6 Mio. Reisen in 2013 gestiegen, dies entspricht einem Anteil von 8% am Gesamtreisevolumen. Im Gegensatz zu den stabilen Zahlen des Busses verlieren unter den erdgebundenen Verkehrsmitteln PKW und Wohnmobil zwei Prozentpunkte, während das Flugzeug Marktanteile dazu gewinnen konnte.

Bemerkenswert ist auch, dass obwohl die Dauer aller Urlaubsreisen auf durchschnittliche 12,4 Tage sank, die Ausgaben für den Busurlaub weiterhin konstant bei 718 Euro pro Person lagen. Die Nachfrage der für die Bustouristik bedeutenden Städte- und Kurzurlaubsreisen, hat sich laut RA seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Vieles für die Entscheidung zu einer Busreise spricht. 23 Prozent, d.h. 16,1 Millionen der deutschsprachigen Bevölkerung bewerten ihre Pläne für eine Busurlaubsreise in den nächsten drei Jahren als „ziemlich sicher“ oder als „generell in Frage“ kommend.

Wer reist wie und wann mit dem Bus?
Der Busurlaubsreisende im Vergleich mit dem Gruppenreisenden

Generell gilt: Der Deutsche vereist gern. Bei der Anzahl der Urlaubsreisen (ab 5 Tagen Dauer, Mittelwert) liegen der Gruppentourist und der Busreisende gleichauf mit 1,3 Reisen pro Jahr.

Die Ausgaben betragen pro Person und Reise in der Gruppentouristik rund 933 EUR und in der Bustouristik 718 EUR (Mittelwerte). Der Gruppentourist ist durchschnittlich 55 Jahre alt und der Bustourist ist mit einem gemittelten Alterswert von 58 Jahren nur unwesentlich älter. Das Haushalts-Netto-Einkommen beträgt im Mittel 2.309 EUR.

Von ihren Urlaubsreisen erwarten die deutschen Gruppentouristen vor allem „Spaß, Freude und Vergnügen“. An zweiter unter dritter Stelle, in der Bewertung der „Urlaubsmotive“, finden sich bei den Gruppenreisenden die Eigenschaften „Natur erleben“ sowie „Sonne, Wärme und schönes Wetter“ wieder. Unter den Bustouristen steht „Abstand zum Alltag gewinnen“ an erster Stelle vor „Spaß, Freuden, Vergnügen“ und „Natur erleben“.

Fragt man die Gruppenreisenden, die diese Reise als Haupturlaubsreise unternehmen, zeigt sich bei 67% ein generelles Interesse dies in den nächsten drei Jahren zu wiederholen. Bei den Reisearten liegt der Erlebnis-Urlaub vor dem Sightseeing-Urlaub und vor der Rundreise.

Bei den Busurlaubsreisenden fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: 79% zeigen ein generelles Interesse daran, eine Busreisen in den nächsten drei Jahren zu wiederholen. Bei den Reisearten kommen sich beide Gruppen dann wieder näher. Hier liegt der Erlebnis-Urlaub vor dem Natur-Urlaub und vor der busbezogenen Rundreise.

Wohin ging die Busurlaubsreise im In- und Ausland?
Bayern hatte auch 2013 – bei Busurlaubsreisen ab 5 Tage Dauer –mit einem Anteil von 7,6% (d.h. 420.000 Busurlaubsreisen) an allen inländischen Busreisen die Nase vorn. Den größten Zuwachs hat Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen. Mit einem Plus von 39% rückt das Bundesland auf Rang 2 und liegt damit vor dem drittplatzierten Niedersachsen, dessen Anteil von 4,3% (2012) auf 3,6% (2013) sank.

Auf internationaler Ebene führen Italien und Österreich, mit jeweils 10,9% aller Urlaubsreisen der Deutschen ab 5 Tage Dauer, d.h. 0,39 Mio. Reisen, die Liste der beliebtesten Destinationen an. Hier ist besonders hervorzuheben, dass Österreich mit einem Zuwachs von 39%, im Jahr 2013 170.000 Busurlaubsreisen mehr empfangen hat.

Polen rückt in der Rangfolge auf Platz 3 vor und beweist sich dort mit einem Plus von 39% (+110.000 Busurlaubsreisen), während Frankreich sich nach einem starken Jahr 2012 nun mit 16% weniger Busurlaubsreisen aus Deutschland (-60.000 Busurlaubsreisen) auf Platz 4 wiederfindet.

Es lohnt aber auch ein Blick auf die unterschiedliche und teilweise enorme Bedeutung, die die Bustouristik für einzelne Länder hat, zu werfen. So sind 41% aller Reisen der Deutschen nach Tschechien Busreisen. Auch 27% aller Polenreisen, 18% aller Ungarnreisen, 16% aller Großbritannienreisen und 15% aller Österreichreisen werden mit dem Bus durchgeführt.

Ich möchte besonders hervorheben, dass grundsätzlich alle Destinationen von deutschen Busurlaubsreisen profitieren. Denn die Bustouristik verlängert die eigentliche touristische Hauptsaison, da ihre Spitzenzeiten in den Monaten Mai und September liegen.

Doch der Bus ist auch bei den Tagesreisen nicht wegzudenken, denn 6% aller Tagesreisen werden mit dem Bus unternommen. Damit ist der Bustourist auch in der Ausflugsgastronomie, bei Attraktionen und Veranstaltungen eine verlässliche Zielgruppe und Einnahmequelle.

Neue Zielgruppen für die Bustouristik
Der Fernlinienbus hat einen außerordentlichen Durchmarsch hingelegt. In kürzester Zeit von 0 auf 100 kann man da nur sagen. Die Bahn aber auch die innerdeutschen Fluggesellschaften bekommen die Konkurrenz zu spüren. Es gibt auch bereits Fernlinienbusverbindungen nach Wien, Straßburg und Zürich und es werden sicherlich bald weitere ausländische Destinationen folgen.

Der Fernlinienbus punktet mit Komfort, Zuverlässigkeit, zentralen An- und Abfahrtstellen und einem günstigen Preis. Ich darf Sie an dieser Stelle wie schon erwähnt, herzlich einladen zu unserem morgigen Fernlinienbus-Trend-Forum. Alles, was Rang und Namen hat in dieser noch jungen und ich möchte fast sagen jugendlichen Branche, wird anwesend sein. Diskussionen, Vorträge etc..

Die Nachfrage nach dem Fernbus boomt
Der Fernlinienbus bringt Verwandte und Freunde zusammen. Denn dieser Besuch ist Hauptanlass für die Fahrt mit dem Fernbus. 1,7 Mio. Befragte gaben in der Reiseanalyse 2014 an, in den vergangenen 3 Jahren mit dem Fernbus zum Reiseziel gefahren zu sein. 1,6 Mio. Befragte haben dies in den kommenden 3 Jahren sicher vor. Und für 6,6 Mio. Befragte kommt die Anreise zum Urlaubsreiseziel mit dem Fernbus in den nächsten drei Jahren generell in Frage.

Es zeigt sich eine große Zufriedenheit unter den Fernbusgästen der vergangenen drei Jahre, denn 79% ihnen zeigen Interesse daran, den Fernbus in naher Zukunft wieder zu nutzen zu wollen, um zu Ihrem Reiseziel zu gelangen.

Omnibusunternehmen wollen modernisieren und investieren
Der Wirtschaft in unserem Land geht es derzeit noch gut. Dies spiegelt sich auch in den geplanten Investitionen der Busunternehmen wieder. 87% planen eine generelle Modernisierung, 24% wollen die Kapazitäten erweitern, 21% in den Umweltschutz investieren, 14% in die Rationalisierung und 8% planen ein Invest in Produktinnovation. Also insgesamt gute Aussichten für die Bus- und Gruppentouristik in 2014.

Personalengpass befürchtet
Sorgen bereitet uns allerdings die Personalentwicklung in der Branche. Eine aktuelle Studie, die wir gemeinsam mit der gbk unter dem Dach des Internationalen Bustourismusverbandes (IBV) durchgeführt haben, warnt vor einem personellen Engpass in der Branche.

Grund ist u.a. der hohe Altersdurchschnitt der Busfahrer. Denn fast 70 Prozent der Fahrer sind älter als 45 Jahre. Die Analyse stützt sich auf eine bundesweite Online-Befragung von fast 750 Busunternehmern. Die Branche bietet also heute und in der Zukunft sichere Arbeitsplätze.

Neuer Bedarf durch den Fernlinienverkehr
Die Autoren der Studie, die PAON GmbH, prognostizieren für die von ihnen befragten Unternehmen einen jährlichen Bedarf an etwa 2.400 neuen Bus-Chauffeuren. Denn von den 95.000 Mitarbeitern, die gegenwärtig im Fahrdienst tätig sind, werden künftig nicht nur viele aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Auch das rasch expandierende Netz der Fernlinienbusse erzeugt damit eine zusätzliche Nachfrage nach Fahrern.

Der personelle Engpass wird durch den akuten Nachwuchsmangel in der Branche verstärkt. Denn nicht einmal acht Prozent der Fahrer sind unter 30 Jahren. Und die Erteilung neuer Fahrerlaubnisse für den Bus geht signifikant zurück.

Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer ist die Deckung des Personalbedarfs ein Problem. Viele potenzielle Arbeitnehmer scheuen die Wochenend- und Schichtarbeit. Und ein grundsätzlicher Mangel an qualifiziertem Personal auf dem Arbeitsmarkt verstärkt die Probleme noch.

Um neue und vor allem auch junge Menschen für den Beruf des Busfahrers zu interessieren, müssen wir mit den attraktiven Seiten der Arbeitsplätze werben. Doch wir wollen auch neue Arbeitsmärkte erschließen. Hier haben wir vor allem Frauen im Blick, die bisher nicht einmal zehn Prozent der Bus-Chauffeure stellen, aber auch Migranten.

Die Busreise ist sicher
Lassen Sie mich aus aktuellem Anlass noch etwas zur Sicherheit einer Busreise erwähnen. Der Bus ist mit Abstand das sicherste Personentransportmittel, wie die Angaben des Statistischen Bundesamtes belegen. Für die Sicherheit von Busreisenden wird zudem viel getan: jährliche Hauptuntersuchung der Busse und zusätzlich halbjährliche technische Überprüfungen; der Bus besitzt drei unabhängig voneinander wirkende Bremssysteme, die vierteljährlich einer Kontrolle unterzogen werden. Busfahrer absolvieren spezielle Fahrerschulungen und Sicherheitstrainings und die Weiterbildung nach EU-Verordnung. Dank des EC-Kontrollgerätes gehören auch Lenkzeitüberschreitungen der Vergangenheit an. Das Augenmerk muss verstärkt auch der Straßenbeschaffenheit gelten.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen, wie sicher der Bus insgesamt im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ist. Die Anzahl der getöteten Businsassen ist von 58 im Jahr 1992 auf 3 im Jahr 2012 gesunken. Die Todeszahlen im motorisierten Individualverkehr (PKW & Motorrad) waren im Jahr 2012 im Vergleich zum Busverkehr um mehr als das 200fache höher.

Gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Hotelleistungen
Im Jahre 2008 wurden im Zuge der Unternehmenssteuerreform die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen neu geregelt, dergestalt, dass die Hotelleistungen dem Anlage- und nicht dem Umlaufvermögen zugerechnet werden. Problematisch ist dabei, dass der Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 02.07.2012 rückwirkend anzuwenden ist. Dies bedeutet für viele Unternehmen eine enorme wirtschaftliche Belastung. Große Unternehmen haben in solchen Fällen die Möglichkeit, dies zu umgehen durch die Verlegung des Firmensitzes, diese Wahl haben kleine und mittelständische Unternehmen nicht.

Wir haben gemeinsam mit anderen Verbänden gegen diesen Erlass an den entscheidenden politischen Stellen protestiert. Hoffentlich kommt Bewegung in die umstrittene Gewerbesteuer-Hinzurechnung. Nach einer Anhörung im Tourismusausschuss des Bundestags kritisierten Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dass von Finanzämtern der Hoteleinkauf einbezogen wird.

Dafür möchte ich mich bedanken und der Hoffnung Ausdruck geben, dass die Finanzverwaltung noch zur Vernunft kommt. Denn es ist geradezu absurd, den Einkauf von Kontingenten ausländischer Hotels durch deutsche Unternehmen in Deutschland als fiktives Anlagevermögen einer Besteuerung zuzuführen. Rechtsdogmatisch zutreffend wäre hier dann nämlich insoweit eine Ausnahme von der deutschen Besteuerung wegen des Vorliegens ausländischer Betriebsstätten.

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