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07.04.2016

Eröffnung des RDA-Workshops: Rede von RDA-Präsident Richard Eberhahrdt

Mit besonderer Freude heiße ich Sie heute Morgen hier auf der Messe Friedrichshafen willkommen. Der RDA-Workshop öffnet in wenigen Minuten erstmals seine Türen hier an dieser Stelle.

Unter uns weilen heute zahlreiche Gäste, die ich unmöglich alle namentlich erwähnen kann. Dafür bitte ich um Nachsicht. Dennoch begrüße ich mit besonderer Freude:

Heike Brehmer, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus
Andreas Köster, Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen
Peter Siemering, Vizepräsident der DZT und des DTV
Karin Urban, Vorsitzende des VPR
Luc Glorieux, Grand Seigneur der Busworld
Willy Della Valle, als Vertreter der EACT

Meine sehr verehrten Gäste,
mit großem Interesse blickt die gesamte Branche auf diese Veranstaltung. Mit gut 350 Ausstellern sind unsere Erwartungen weit übertreffen worden und bestätigen uns in unserer Entscheidung nach Jahren anhaltender Diskussionen um Termin, Ort und Dauer des RDA Workshops in Köln eine Lösung gefunden zu haben, auf die die Branche gewartet hat. Mit dieser Messe bieten wir 4 Wochen nach der ITB eine ideale Plattform der geschäftlichen Begegnung für die Bus- und Gruppentouristik. Die immer wieder eingeforderten früheren Einkaufstermine können nun tatsächlich wahrgenommen werden. Wir verfolgen dabei nicht die „Entweder-oder-Lösung“ sondern erweitern die Einkaufsmöglichkeiten um ein „Sowohl-Als-Auch-Angebot“. Aktuell in Friedrichshafen und 3 Monate später in Köln.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass dieser Workshop die ganz bunte Vielfalt unserer Branche widerspiegelt. Trotz einiger Unkenrufe, dass der RDA-Workshop immer mehr durch Paketreiseveranstalter dominiert werden würde, stellen wir fest, dass auch viele kleinere Aussteller, bewusst den direkten Kundenkontakt suchen, was in der Regel durch die Einkäufer auch honoriert wird.

Friedrichhafen und Köln ergänzen sich auf hervorragende Weise. Hier am Bodensee, im touristisch starken Südwesten gelegen, erreichen wir auch mehr Interessenten aus Österreich und der Schweiz.

Wir sind sicher, dass sich beide Workshop-Standorte gegenseitig befeuern werden, da die Aussteller flexibler auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren und ihre Angebote noch maßgeschneiderter präsentieren können. Beide Workshop-Termine garantieren nunmehr, dass jeder Einkäufer mit optimalem Vorlauf ordern kann. Viel besser kann eine Win-Win-Situation nicht aussehen.

Gleichwohl muss aber auch gesagt werden, dass gerade in diesen Tagen die Aussage schwierig ist, wie sich das aktuelle Reisejahr entwickeln wird. Nach mehreren Terroranschlägen in Europa bestimmen vielfach Nachdenklichkeit und Zurückhaltung die Szenerie. Dem kann die Bustouristik entgegenwirken. Und auch darum ist Friedrichshafen jetzt und hier so wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass die Aussteller auch kurzfristige Angebote bereithalten, um auf die entsprechende Nachfrage reagieren zu können.

Ein wichtiger Faktor für eine weitere erfolgreiche Entwicklung der Bus-und Gruppentouristik sind die Rahmenbedingungen. Und mit diesem Thema wende ich mich direkt an Sie, sehr geehrte Frau Brehmer. Jeglichen Plänen einer Busmaut wiedersprechen wir abermals energisch. Die Liberalisierung des Fernlinienmarktes hat gezeigt, wie notwendig dieser Schritt für die Verbraucher in Deutschland und Europa war und ist. Echte Alternativen zu anderen Verkehrsmitteln, spürbare Entlastung der privaten Etats und vor allem umweltschonende Alternativen zur PKW-Nutzung. Dieses Plus spricht eindeutig für den Bus.

Wir dürfen uns jedoch auf den bisherigen Erfolgen nicht ausruhen. Wir alle wissen, dass es vielfach an der notwendigen Infrastruktur mangelt.

Busterminals sind entweder nicht gewollt und deshalb nicht vorhanden oder sie sind erwünscht, aber es ist kein Geld dafür vorhanden oder sie sind nicht optimal platziert. So können aber die Bedürfnisse der Reisenden nicht befriedigt werden.

Wenn Intermodialität funktionieren soll, muss sie zu einer echten Vernetzung führen und darf den Bus als das sicherste und umweltschonendste Verkehrsmittel nicht außen vor lassen. Sie muss zu einem nicht mehr verzichtbaren Bestandteil unserer Verkehrs- und Infrastrukturpolitik werden. Die Umwelt und die Verbraucher werden es danken

Wir sind Ihnen, sehr geehrte Frau Brehmer, als Tourismuspolitikerin dankbar, dass Sie uns in der leidigen Frage „der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotel- und Übernachtungsleistungen“ unterstützen. Wir werden unseren Kampf dagegen nicht aufgeben. Die endgültige Umsetzung dieser Pläne wäre das fatalste, was unserer Branche passieren könnte. Wir können den angedrohten Belastungen nicht einfach so abwartend gegenüberstehen. Wir sehen in der deutschen Tourismusindustrie durch die existenzbedrohende Vernichtung von mittelständischen Veranstaltern Tausende Arbeitsplätze gefährdet.

Zusätzlich wird sich die Preisintensität der angebotenen Produkte erhöhen, was vielen unseren traditionellen Kunden das Reisen, sprich Mobilität, unmöglich machen wird. Aus diesem Grund bleibt es eines unserer wichtigsten Anliegen, dass die „Hinzurechnungspläne“ gestoppt werden. Wir werden unsere politische Kärner- und Aufklärungsarbeit diesbezüglich konsequent fortsetzen. Die ganze Sache könnte ganz einfach durch vernunftbetonte Entscheidungen gelöst werden. Es wäre doch prima, wenn dafür politische Mehrheiten zu finden wären.

Wir freuen uns darüber, dass hier in Friedrichshafen Aussteller aus ganz Europa vertreten sind. Diese Internationalität macht den RDA-Workshop auch so interessant. Es ist unser Grundanliegen auch weiterhin in Europa für die Interessen der Bus- und Gruppentouristik einzutreten. Innerhalb der European Alliance for Coach Tourism (EACT) bündeln wir die Kräfte verschiedener nationaler Verbände, um uns Gehör zu verschaffen. Ein Thema das uns dabei auch sehr am Herzen liegt ist die Forderung nach speziellen, bedarfsgerechten Lenk- und Ruhezeiten für Reisebusfahrer. Es ist aus unserer Sicht nicht richtig unsere Reisebusfahrer mit LKW-Akkordfahrern gleich zu setzen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen bleibt der freie Zugang zu touristischen Highlights in ganz Europa. Wir alle wissen, dass da Vieles im Argen liegt und es an vielen Stellen eine Abzockmentalität gibt, die einfach unanständig zu nennen ist. Die Stadt Florenz versucht aktuell allen Problemstellen die Krone aufzusetzen: Von 285 € sollen die Einreisegebühren auf 540 € angehoben werden. Damit wüssten wir zugleich, dass die Brutstätte für die Diskriminierung unserer Branche in Florenz läge. Wenn aber 1 Reisebus 25 PKWs ersetzt, sei die Frage erlaubt, was bezahlt eigentlich ein Pkw für die Einfahrt? Meines Wissens nämlich nichts. Mehr Informationen zur Arbeit der EACT erhalten Sie an deren Stand im Foyer.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Köster,

ich möchte es nicht versäumen zu betonen, wie wohl wir uns hier in Friedrichshafen am Bodensee fühlen. Wir bedanken uns schon jetzt für die hervorragende Gastfreundschaft. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Messe in Vorbereitung des Workshops lief hervorragend. Ich denke, dass das die wichtigste Voraussetzung ist, um eine solche Veranstaltung zum Erfolg zu führen. Darauf freuen sich auch alle Beteiligten, Aussteller und Einkäufer.

Danken möchte ich aber auch allen RDA-Vorständen, insbesondere Heinrich Marti und Benedikt Esser, sowie dem gesamten Workshop-Team, die maßgeblich an diesem Projekt mitgewirkt haben.

Lassen Sie uns Friedrichshafen gemeinsam zum Erfolg machen.

Kontakt

Annette Heinemann
Telefon: +49 2244 90 33 33
Telefax: +49 2244 87 74 22
E-Mail: presse@rda.de

RDA-Pressesprecher
Dieter Gauf

Hohenstaufenring 47-51
50674 Köln
Telefon: +49 221 91 27 72 0
Fax: + 49 221 12 47 88
E-Mail: gauf @rda .de