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29.10.2014

Deutscher Tourismustag 2014 - Ist Nachhaltigkeit kommerziell?

Unter dem Leitthema „Grundlagen erhalten. Verantwortung übernehmen. Zukunft sichern.“ standen die Vorträge und der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern des Deutschen Tourismustages 2014. Veranstaltungsort war die Stadt Freiburg im Breisgau, die sich gerade wegen ihres Vorreiterstatus als „Green City“ besonders für das Thema Nachhaltigkeit qualifizierte.

Rund 350 Teilnehmer aus allen Regionen Deutschlands, kamen im Konzerthaus Freiburg zusammen, um das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Auch der RDA Verband und der RDA Workshop waren mit zwei Vertretern vor Ort und informierten am Stand über ihre Aktivitäten. Vor dem Hintergrund der vom RDA initiierten Kampagne „Platz sparen. Klima schonen. Bus reisen.“ stellt sich auch für die Bus- und Gruppentouristik die Frage nach dem Potential nachhaltiger touristischer Produkte.

Problematisch sah DTV Präsident Reinhard Meyer in seiner Begrüßungsrede, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ in der Gesellschaft unterschiedlich definiert und nicht einheitlich verstanden wird. Daher sei der DTV Impulsgeber für das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Bundesamt für Naturschutz werde ein Kriterienkatalog für nachhaltige Tourismusdestinationen erarbeitet. Gleichzeitig kritisierte Meyer, dass der Tourismus auf dem politischen Parkett in Berlin nicht die Rolle spiele, die ihm aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung zustehe und forderte die Bundesregierung zu einer aktiveren Tourismuspolitik auf.

Experten zeigten aus verschiedenen Perspektiven, was nachhaltiges Handeln im Tourismus bedeutet. In Vorträgen und Diskussionsrunden wurde die ökologische, ökonomische und soziale Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffs ausgeführt. „Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit“ lautetet etwa das Thema des Vortrags von Prof. Peter Wippermann, Gründer Trendbüro und Professor für Kommunikationsdesign. Nachhaltigkeit sei mehr als Klima- und Umweltschutz, so seine These. Die Bedeutung des Begriffs habe sich geändert. Der Konsument assoziiere Nachhaltigkeit mit der Sehnsucht nach Selbsterhaltung und der Dauerhaftigkeit des eigenen Lebens.

Die anschließende Diskussion verdeutlichte, dass auch die Expertenmeinungen darüber auseinander gehen, ob und wie mit einem nachhaltigen touristischen Produkt Geld verdient werden kann.
Petra Thomas, Geschäftsführerin des forums anders reisen e.V., Verband für nachhaltigen Tourismus, führte aus, dass Nachhaltigkeit im Trend liege – über 100.000 Reisegäste verzeichneten ihre Verbandsmitglieder allein im vergangenen Jahr.
„Wir sollten aufhören Klimaschutz ernst zu nehmen“, merkte Prof. Dr. Stefan Gössling, u.a. Institut für Service Management der Universität Lund (Schweden), an und überraschte mit dieser Aussage den gesamten Saal. Die Probleme würden innerhalb der nächsten 10 Jahre noch größer werden. Es entstünden zwar neue Kundengruppen, aber Verbraucher und Unternehmen allein könnten die Probleme nicht lösen, daher sei es an der Politik sich diesem Thema anzunehmen.
Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, fügte hinzu, dass Nachhaltigkeit als solche nicht vermarktbar sei, da sie beim Gast keine Emotionen wecke. Verkaufen ließen sich allerdings die Sehnsucht nach Heimat und Regionalität in einer immer globaleren Welt. Dies erzeuge marktgängige Gefühle.

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