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10.11.2017

Bericht aus Brüssel: Auswirkungen von Steuern auf die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Tourismus

Gebäude der EU-Kommission in Brüssel

Die Europäische Kommission (Generaldirektion GROW: Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU) hat am 9.11.2017 im Verkehrsausschuss eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zu den Auswirkungen von Steuern auf die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Tourismus vorgestellt. Es war das Europäische Parlament, das der Kommission in einem Bericht empfohlen hatte, eine derartige vergleichende Studie über die Steuererhebungen im Tourismussektor in den 28 Mitgliedstaaten zu erstellen.

Die Studie betont, dass der Tourismussektor eine wichtige Rolle in der europäischen Wirtschaft darstellt und ein Herzstück in der EU Strategie zur Förderung von ökonomischer Erholung und Wachstum ist. Der Tourismussektor trägt insgesamt mit über 10% zum europäischen Bruttosozialprodukt bei und es wird damit gerechnet, dass die Tourismuszahlen jährlich um 2% steigen, um dann im Jahr 2030 557 Millionen EU-weit zu erreichen.

Es wird festgestellt, dass in diesem immer stärker umkämpften Markt die regulatorischen Weichen entsprechend gestellt werden müssen und die Besteuerung spielt dabei eine übergeordnete Rolle.

Die Studie hat folgende 6 Steuern verglichen, die als am meisten relevant in diesem Sektor betrachtet werden:

  • Unternehmens- und Einkommenssteuern
  • Grundsteuern
  • MwSt
  • Übernachtungssteuern
  • Flugticketsteuern
  • Andere tourismusspezifische Steuern und Gebühren

Ein tourismusfreundliches Steuersystem könnte beispielsweise reduzierte MwSt-Sätze auf Übernachtungen und den Transport von Passagieren sowie keine Übernachtungssteuern oder Flugticketsteuern erheben.

Nach Analyse kommt die Studie zu insgesamt 6 Empfehlungen:

  • Reduzierte Steuersätze im Tourismus können helfen, die Wettbewerbsfähigkeit in den Destinationen zu stärken. Dabei sollte aber ein Ausgleich zur verminderten kurzfristen Steuereinnahme gefunden werden.
  • Die empfundene Einmaligkeit einer Stätte kann durch hoheitliche Förderung verbessert werden, sei es durch den Ausbau eines nachhaltigen Tourismus und/oder entsprechendes Marketing  oder Investierung in diese Stätte.
  • Art und Weise der Einführung einer touristischen Steuer hat wichtige Konsequenzen darauf, wie der Tourismussektor damit umgeht.
  • Einhaltung von Vorschriften sollten ebenfalls überprüft werden, um Übernachtungssteuern nicht zu einer Last für die entsprechenden Unternehmen werden zu lassen.
  • Eine transparente Angabe über die Zahlung einer Übernachtungssteuer in einem Pauschalpreis kann Auswirkungen auf Verbraucherverhalten haben, in dem sich der Verbraucher von vornherein klar ist, dass diese Steuer bereits im Gesamtpreis enthalten ist.
  • Übernachtungssteuern werden naturgemäß den Besuch bestimmter Touristen gegenüber anderen favorisieren und sollten entsprechend ihrer Bedeutung eingesetzt werden.

Die komplette Studie kann hier abgerufen werden:
http://www.europarl.europa.eu/cmsdata/130660/The%20Impact%20of%20Taxes%20on%20the%20Competitiveness%20of%20European%20tourism.pdf

 

 

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Annette Heinemann
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Telefax: +49 2244 87 74 22
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