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21.09.2015

Amtsgericht München: Fernbusbetreiber haftet nicht, wenn Fahrgäste in den falschen Bus einsteigen

Besteigen Reisende versehentlich einen falschen Fernbus und müssen diesen mangels gültigem Ticket unterwegs wieder verlassen, besteht weder ein Anspruch auf Erstattung des Fahrpreises noch der Mehrkosten für die Weiterfahrt an den ursprünglich geplanten Zielort. Dies entschied das Amtsgericht München.

Im vorliegenden Fall erwarb ein Ehepaar bei einem Fernbusunternehmen Tickets für eine Busreise von Hamburg nach Hagen und zurück. Bei Fahrtantritt zeigten sie dem Fahrer die Tickets und bestiegen den Bus. Während eines Zwischenstopps in Hannover stellte das Paar fest, dass es in den falschen Bus (nach Frankfurt) gestiegen war.

Der Fahrer verweigerte daraufhin eine Weiterbeförderung und forderte zum Verlassen des Busses auf. Von Hannover reiste das Ehepaar dann per Zug und Taxi an den ursprünglich geplanten Zielort Hagen. Später verlangten die beiden die Erstattung sowohl des Fahrpreises als auch der Mehrkosten für Zug und Taxi.

Das Amtsgericht München wies die Klage mit der Begründung ab, dass das Paar keinen Beförderungsvertrag für die tatsächlich gewählte Fahrt abgeschlossen habe. Auch habe die eigentlich geplante und bezahlte Fahrt planmäßig stattgefunden. Eine Verpflichtung seitens des Busunternehmens, Fahrgäste am Besteigen des falschen Busses zu hindern, bestehe nicht. Zudem sei den Klägern ein erhebliches Mitverschulden anzulasten.

AG München, Urteil vom 15.6.2015,
Az. 122 C 7088/15

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