Das starke Netzwerk für Gruppenreisen
rda.de > News & Presse > Nachrichten > Detail Topnachricht Bustourismus
30.07.2014

RDA-Pressekonferenz auf dem Workshop mit aktueller Martkforschung

Die Busreise schont da Klima und hat auch sonst noch viele Vorteile, sagen v.l. dieter Gauf, Hermann Meyering und Richard Eberhardt

Das Sauerland, auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie

Die RDA-Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Workshop-Besucher

„Der Tourismus ist und bleibt eine sich stetig weiterentwickelnde Industrie. Die Branche basiert auf einer hohen Dynamik in Angebot und Nachfrage wie kaum eine andere. Entwicklungen und Trends aus einer intensiven Marktforschung abzuleiten ist damit zu einer wesentlichen Aufgabe des RDA geworden“, so RDA-Präsident Richard Eberhardt auf der traditionellen Pressekonferenz des RDA am zweiten Messetag

Ferner erörterte Eberhardt die aktuelle Situation der Bustouristik. Im vergangenen Jahr wurden 71 Mio. Urlaubsreisen (ab 5 Tagen) von 55 Mio. deutschen Reisenden unternommen. Dies entspricht einem Anteil von 78 Prozent der Bevölkerung (sog. Urlaubsreiseintensität), die mindestens eine Urlaubsreise unternommen haben, und erreicht damit Rekordwerte!

Die Anzahl der Urlaubsreisen mit dem Bus sind um 260.000 auf 5,6 Mio. Reisen in 2013 gestiegen, dies entspricht einem Anteil von 8% am Gesamtreisevolumen. Im Gegensatz zu den stabilen Zahlen des Busses verlieren unter den erdgebundenen Verkehrsmitteln PKW und Wohnmobil zwei Prozentpunkte, während das Flugzeug Marktanteile dazu gewinnen konnte.

Eberhardt: „Bemerkenswert ist auch, dass obwohl die Dauer aller Urlaubsreisen auf durchschnittliche 12,4 Tage sank, die Ausgaben für den Busurlaub weiterhin konstant bei 718 Euro pro Person lagen. Die Nachfrage der für die Bustouristik bedeutenden Städte- und Kurzurlaubsreisen, hat sich laut Reiseanalyse (RA) seit dem Jahr 2000 verdoppelt.“

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Vieles für die Entscheidung zu einer Busreise spricht. 23 Prozent, d.h. 16,1 Millionen der deutschsprachigen Bevölkerung bewerten ihre Pläne für eine Busurlaubsreise in den nächsten drei Jahren als „ziemlich sicher“ oder als „generell in Frage“ kommend.

Wer reist wie und wann mit dem Bus?
Erstmals hat der RDA in der Marktforschung den Gruppentourist mit dem Bustourist verglichen. Für beide gilt: Der Deutsche vereist gern. Bei der Anzahl der Urlaubsreisen (ab 5 Tagen Dauer, Mittelwert) liegen der Gruppentourist und der Busreisende gleichauf mit 1,3 Reisen pro Jahr. Die Ausgaben betragen pro Person und Reise in der Gruppentouristik rund 933 EUR und in der Bustouristik 718 EUR (Mittelwerte). Der Gruppentourist ist durchschnittlich 55 Jahre alt und der Bustourist ist mit einem gemittelten Alterswert von 58 Jahren nur unwesentlich älter.

Von ihren Urlaubsreisen erwarten die deutschen Gruppentouristen vor allem „Spaß, Freude und Vergnügen“. An zweiter unter dritter Stelle, in der Bewertung der „Urlaubsmotive“, finden sich bei den Gruppenreisenden die Eigenschaften „Natur erleben“ sowie „Sonne, Wärme und schönes Wetter“ wieder. Unter den Bustouristen steht „Abstand zum Alltag gewinnen“ an erster Stelle vor „Spaß, Freuden, Vergnügen“ und „Natur erleben“.

Fragt man die Gruppenreisenden, die diese Reise als Haupturlaubsreise unternehmen, zeigt sich bei 67% ein generelles Interesse dies in den nächsten drei Jahren zu wiederholen. Bei den Reisearten liegt der Erlebnis-Urlaub vor dem Sightseeing-Urlaub und vor der Rundreise.

Bei den Busurlaubsreisenden fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: 79% zeigen ein generelles Interesse daran, eine Busreisen in den nächsten drei Jahren zu wiederholen. Bei den Reisearten kommen sich beide Gruppen dann wieder näher. Hier liegt der Erlebnis-Urlaub vor dem Natur-Urlaub und vor der busbezogenen Rundreise.

Das Thema Fernlinienbus durfte natürlich nicht fehlen. Hat doch der Fernlinienbus einen außerordentlichen Durchmarsch hingelegt. In kürzester Zeit von 0 auf 100 kann man da nur sagen. Die Bahn aber auch die innerdeutschen Fluggesellschaften bekommen die Konkurrenz zu spüren. Es gibt auch bereits Fernlinienbusverbindungen nach Wien, Straßburg und Zürich und es werden sicherlich bald weitere ausländische Destinationen folgen.

Omnibusunternehmen wollen modernisieren und investieren
Und noch etwas ist erfreulich. Der Wirtschaft in unserem Land geht es derzeit noch gut. Dies spiegelt sich auch in den geplanten Investitionen der Busunternehmen wieder. 87% planen eine generelle Modernisierung, 24% wollen die Kapazitäten erweitern, 21% in den Umweltschutz investieren, 14% in die Rationalisierung und 8% planen ein Invest in Produktinnovation. Also insgesamt gute Aussichten für die Bus- und Gruppentouristik in 2014.

Personalengpass befürchtet
Sorgen bereitet der Branche allerdings die Personalentwicklung, so RDA-Vizepräsident und gbk-Vorsitzender Hermann Meyering. Eine aktuelle Studie, die der RDA gemeinsam mit der gbk unter dem Dach des Internationalen Bustourismusverbandes (IBV) durchgeführt hat, warnt vor einem personellen Engpass in der Branche. Grund ist u.a. der hohe Altersdurchschnitt der Busfahrer. Denn fast 70 Prozent der Fahrer sind älter als 45 Jahre. Und die Erteilung neuer Fahrerlaubnisse für den Bus geht signifikant zurück.

Die Autoren der Studie, die PAON GmbH, prognostizieren für die von ihnen befragten Unternehmen einen jährlichen Bedarf an etwa 2.400 neuen Bus-Chauffeuren. Denn von den 95.000 Mitarbeitern, die gegenwärtig im Fahrdienst tätig sind, werden künftig nicht nur viele aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Auch das rasch expandierende Netz der Fernlinienbusse erzeugt damit eine zusätzliche Nachfrage nach Fahrern. Die Erteilung neuer Fahrerlaubnisse für die Klasse D ist von knapp 17.000 im Jahr 2002 auf weniger als 11.000 im Jahr 2012 zurückgegangen.

Meyering: „Um neue und vor allem auch junge Menschen für den Beruf des Busfahrers zu interessieren, müssen wir mit den attraktiven Seiten der Arbeitsplätze werben. Doch wir wollen auch neue Arbeitsmärkte erschließen. Hier haben wir vor allem Frauen im Blick, die bisher nicht einmal zehn Prozent der Bus-Chauffeure stellen, aber auch Migranten.“ „Der Beruf des Bus-Chauffeurs bietet interessante Aufgaben mit Beschäftigungsgarantie. Doch die teure Ausbildung, die für jeden neuen Fahrer mindestens 10.000 Euro kostet, muss von der Politik mit einem Bafög für Busfahrer gefördert werden“, so Meyerings Forderung.

Kontakt

Annette Heinemann
Telefon: +49 2244 90 33 33
Telefax: +49 2244 87 74 22
E-Mail: presse@rda.de