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11.10.2013

European Alliance for Coach Tourism bei Europäischer Kommission

v.l.n.r.: Jean Wyns, Ewa Ptaszynska, Keir Fitch, Willy Della Valle, Dieter Gauf

Am 8.10.2013 fand ein Erfahrungsaustausch einer Delegation der European Alliance for Coach Tourism EACT mit dem stellvertretenden Kabinettschef von Verkehrskommissar Kallas, Keir Fitch sowie Ewa Ptaszynska aus der Generaldirektion Verkehr und Mobilität statt. Willy Della Valle, EACT Chairman, Jean Wyns, Präsident des Belgischen Busunternehmerverbandes FBAA, und Dieter Gauf, RDA Hauptgeschäftsführer und EACT Secretary General, begründeten die Forderungen der Reisebusbranche nach spezifischen Regelungen für Reisebusfahrer und sondierten die Umsetzungsmöglichkeiten dieser Forderung. Sie erklärten dabei, warum eine Überarbeitung der bestehenden EU-Verordnung 561/2006 notwendig ist und betonten, dass die Kommission zukünftig den großen Unterschied zwischen Bussen und LKW und deren jeweiligen Fahrern in allen weiteren Gesetzesvorschlägen beachten müsse, um die sehr unterschiedlichen Anforderungsprofilen und Geschäftsmodellen („a coach is not a truck“), die einerseits dem Personen- und andererseits dem Güterverkehr zugrunde liegen, zu berücksichtigen. Dieter Gauf betonte, dass es im Hinblick auf eine mögliche Erweiterung der Lenk- und Ruhezeiten für Reisebusfahrer keine Erkenntnisse über negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit (impact assessment) gäbe. Keir Fitch dankte für die verschiedenen Klarstellungen und stellte fest, dass die verabschiedete Tachographen-Verordnung leider keine Ausweitung der 12-Tage-Regelung vorsieht, da der Rat die Abstimmung des Europäischen Parlaments, das dies vorgesehen hatte, leider nicht übernehmen wollte. Er empfahl daher, dass sich die Busbranche in den jeweiligen Ländern entsprechendes Gehör verschaffen müsse, bevor die Europäische Kommission einen neuen Vorschlag in diesem Zusammenhang unterbreite. Weiterhin sei es äußerst wichtig, dass die Busreiseindustrie durch entsprechende Studien darlegen könne, dass die Sicherheit im Straßenverkehr durch eine mögliche Erweiterung der 12-Tage-Regelung in keinem Fall beeinträchtigt würde.
Ewa Ptaszynska aus der Generaldirektion Mobilität und Verkehr informierte, dass die Kommission gerade dabei sei, den Bericht zur Umsetzung der EU-Verordnung 561/2006 zusammenzustellen, dem wiederum die Berichte aus den EU-Mitgliedstaaten zugrunde liegen.

Bus erneut wegen LKW ausgebremst

Keir Fitch stellte abschließend noch fest, dass die Revision der EU-Richtlinie über Abmessungen und Gewichte 96/53 vom April 2013, die eine Erweiterung der Gewichte und Abmessungen bei Reisebussen möglich machen soll, wenn dadurch eine Emissionsreduzierung erreicht werden kann, im Rat und im Europäischen Parlament blockiert ist. Da in dieser Revision ebenfalls die überlangen LKW zur Diskussion stehen und diese sogenannten „Megatrucks“ von verschiedenen Mitgliedstaaten sehr kritisch gesehen werden, konnte bisher eine Einigung weder im Rat noch im EP erreicht werden. Die EACT-Mitglieder betonten daraufhin erneut, dass es für Reisebusse zukünftig in allen Bereichen eigene Regelungen geben müsse, wie dies auch bei den anderen Wettbewerbern wie der Luftfahrt und der Bahn der Fall sei.
Aus Sicht der EACT Mitglieder unterstreicht dies erneut die Notwendigkeit einer bussprezifischen Lobbyarbeit: „A coach is not a truck“.

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