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21.11.2017

„Nein zur Urlaubssteuer!“ - Initiative der deutschen Tourismusverbände zur gewerbesteuerlichen Hinzurechnung

RDA-Präsident Benedikt Esser (l.) und DRV-Präsident Norbert Fiebig beim Start der Initiative „Nein zur Urlaubssteuer“.

„Nein zur Urlaubssteuer!“ – lautet die Parole der Initiative, die die führenden Verbände der Tourismusbranche am 13.11.2017 in Berlin vorgestellt haben. Sie fordern die zukünftigen Entscheider einer neuen Bundesregierung auf, die Anwendung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotelleistungen für die Reise- und Tourismusbranche zu korrigieren und eine entsprechende Präzisierung der Gewerbesteuergesetzgebung vorzunehmen. Durch die gewerbesteuerliche Hinzurechnung entsteht faktisch eine „Urlaubssteuer“, die neben den Reiseveranstaltern auch die Urlauber mit hohen Mehrkosten belastet.

RDA-Präsident Benedikt Esser zur aktuellen Entwicklung: „Auch wenn sich die Regierungsbildung schwieriger und langwieriger als erwartet gestaltet, müssen wir dennoch am Ball bleiben und die weitere politische Entwicklung beobachten, sei es nun bei Neuwahlen oder bei neuen Koalitionsverhandlungen. Denn das Problem der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von touristischen Leistungen, ist ja nicht aus der Welt.“

Die Allianz der Verbände bestehend aus RDA, BTW (Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft), DRV (Deutscher ReiseVerband), asr (Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband) und DTV (Deutscher Tourismusverband) forciert diese Aufklärungskampagne also weiterhin mit Nachdruck, um die politisch Verantwortlichen zu informieren und Lösungen von einer künftigen Bundesregierung einzufordern.

Dass die Kampagne einen politischen Nerv trifft, zeigte schon das Gespräch mit der FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung, welches am 13. November 2017 veröffentlicht wurde. Dort haben RDA-Präsident Benedikt Esser und DRV-Präsident Norbert Fiebig das Thema der Gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von touristischen Leistungen und die Folgen zum Start der Kampagne ausführlich im Leitmedium, auch vieler Politiker, erörtert. Das komplette Interview finden Sie hier. (PDF, Quelle FAZ, 13.11.2017, Autor Timo Kotowski © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv.)

Denn die Urlaubssteuer betrifft den klassischen Badeurlaub auf Mallorca genauso wie den Skiurlaub, die Studienreise oder die Rundreise und die Klassenfahrt mit dem Bus. Diese zusätzlichen Gewerbesteuern entstehen dann, wenn Reiseveranstalter touristische Leistungen erbringen wie etwa Hotelzimmer anmieten oder Übernachtungskontingente einkaufen. Die Tourismusbranche weist mit der Initiative auf diese steuerliche Ungerechtigkeit hin: Es ist abstrus, angemietete Büroräume oder Lagerhallen steuerlich mit der Vermittlung von Hotelleistungen gleichzusetzen. Politik und Verbraucher werden ab sofort unter www.urlaubssteuer.de über die Nachteile für Wirtschaft und Reisende informiert.

Benedikt Esser stellt klar: „Die Urlaubssteuer ist für den gesamten Tourismusstandort Deutschland fatal. Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung gefährdet Arbeitsplätze, führt zu Marktaustritten und zu Standortverlagerungen von Touristikunternehmen in das Ausland. Da die Urlaubssteuer höhere Preise für Reisen zur Folge hat, belastet sie die Verbraucher stark.“ Ein Beispiel: Der Preis einer klassischen Urlaubsreise steigt in der Folge um 2,3 Prozent. Eine Reise, die bisher 2.000 Euro kostete, wird so um 46 Euro teurer. Zusätzlich drohen enorme finanzielle Belastungen durch Steuernachforderungen. Geld, das den klein- und mittelständischen Unternehmen für dringend erforderliche Investitionen fehlt.

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen ReiseVerbandes, erklärt: „Wir setzen darauf, dass die politischen Entscheider jetzt gute und faire Rahmenbedingungen für die deutsche Tourismuswirtschaft in Europa schaffen. Die Abschaffung der Urlaubssteuer ist Voraussetzung dafür, dass der mittelstandsgeprägte Tourismusstandort Deutschland eine Zukunft hat. Die derzeitige Belastung ist für die Unternehmen kaum zu bewältigen.“ Denn es betrifft vor allem mittelständische Anbieter: Mit Nachzahlungen und Rückstellungen in Milliardenhöhe droht ihnen der Ruin.

Mit der Urlaubssteuer droht die beliebteste Reiseform der Deutschen, der professionell durch Reisebüros und Reiseveranstalter organisierte Kompletturlaub, teurer zu werden – egal ob online oder im stationären Reisebüro gebucht. Informationsflyer klären Kunden und Politiker über die Konsequenzen auf. Gleichzeitig können Urlauber über das Portal www.urlaubssteuer.de an ihre Bundestagsabgeordneten schreiben und ihr Missfallen über diese zusätzlichen Kosten damit zum Ausdruck bringen – ein Musterbrief ist bereits vorformuliert.

Die Website www.urlaubssteuer.de enthält Hintergrundinformationen und Materialien zum Download.

Dateien zum Herunterladen

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