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21.07.2015

RDA-Workshop Eröffnung: Rede von RDA–Präsident Richard Eberhardt

Es ist mir eine besondere Freude, Sie heute hier so zahlreich anlässlich der offiziellen Eröffnung des 41. RDA-Workshops in Köln begrüßen zu dürfen. Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass Sie sich Ihre kostbare Zeit nehmen, um unserem Workshop Ihre Referenz zu erweisen.

Die persönliche Begegnung, das Gespräch auf Augenhöhe, die Vielzahl an neuen Kontakten oder aber das Pflegen der bestehenden – das ist es, was diese Messe der Gruppen- und Bustouristik prägt, um nicht zu sagen, ihr ein unverwechselbares Flair gibt.

Ich freue mich, das heute unter uns eine ganze Reihe von Persönlichkeiten weilen, die ich leider nicht alle namentlich begrüßen kann. Stellvertretend heiße ich herzlich willkommen:

Stephen Smith, Präsident der EACT, der European Alliance for Coach Tourism,

Luis Pedrero, Präsident des Global Passenger Networks,

dear Stephen, dear Luis,

it´s a great pleasure to have you and your board members here. We highly appreciate your decision to held your meetings in Cologne and join us. Thank you both so much!

 Ich begrüße weiter sehr herzlich

- Klaus Laepple, Präsident des Verwaltungsrates der DZT,

- Norbert Fiebig, Präsident des DRV,

- Dirk Inger, Geschäftsführer des DRV,

- Prof. Dr. Dr. hc. Lado Chanturia, Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Georgiens in Deutschland,

 -Ameina Mohin, Handelsgesandte Sri Lankas in Deutschland,

- Andras Mogyoro von der Europäischen Kommission, Direktorat für Mobilität und Transport,

- Dr. Dirk Glaesser, Direktor für nachhaltige Entwicklung und Tourismus in der UNWTO, der Weltorganisation für Tourismus,

- Reinhard Werner, Vorstand der DZT,

- Stellvertretend für die Omnibusverbände, Dr. Joachim Schack, Geschäftsführer des Omnibusverbandes Nord e.V.,

- Sandra Orth, Geschäftsführerin der Köln Messe sowie die Vertreter der Stadt Köln,

- Anja Hopf, Geschäftsführerin VPR Internationaler Verband der Paketer,

- Dr. Guido Klummp, Geschäftsführer der BAGSO, Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen,

sowie die Vertreter der Omnibusindustrie und der zahlreich erschienen Medien. Seien Sie uns alle herzlich willkommen.

Liebe Gäste,
über den Workshop ist in den letzten Monaten sehr intensiv diskutiert worden. Ich denke, dass das auch in dem Bewusstsein getan wurde, dass wir in einem sich permanent verändernden Umfeld agieren. Auf der einen Seite haben wir seit Jahren einen Konzentrationsprozess auf der Anbieterseite. Anderseits verzeichnen wir auf der Besucherseite im Markt weniger private Busunternehmen und ein Anwachsen von Gruppenreiseveranstaltern unterschiedlichster Qualität und Ausrichtung. Die zunehmende Digitalisierung ist ein weiterer wesentlicher Einflussfaktor. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf diese Messe.

Darüber haben sich viele RDA-Mitglieder Gedanken gemacht und sich mit Ideen bei der eingeleiteten, schrittweisen Neuausrichtung des Workshops engagiert und sich persönlich eingebracht. Ich meine, das Ergebnis, das sich Ihnen nachher präsentieren wird, lohnt sich.

Das im Jahr 2014 eingeführte neue Hallenkonzept wurde konsequent weiterentwickelt. Breite Boulevards und lange Blickachsen haben die Übersicht verbessert und so wurden auch die Normstände stärker in Szene gesetzt. 2015 wurde die Hallenaufteilung überarbeitet. Themen und Destinationen werden näher positioniert und konzentriert.

Wir freuen uns über fast 900 ausstellende Teilnehmer, aus etwa 40 Ländern. Darunter sind mehr als 120 neue Aussteller. Vom Kleinbushersteller aus Spanien, über Hurtigruten bis hin zur SkiRegion Snieznik und mehreren Ausstellern aus Mazedonien.

Erstmals präsentiert sich der VTOA, der Verein zur Förderung des Tourismus in Osteuropa und Zentralasien, der mit einigen Mitgliedsländern und einem eigenen Stand auf dem Workshop ausstellt. Dort können Gruppenreiseveranstalter Kontakt aufnehmen mit exotischen Fernzielen wie Sri Lanka, Georgien, Argentinien, Länder, deren Sehenswürdigkeiten im Landesinneren per Busgruppenreise erschlossen werden.

Ich finde es überaus bemerkenswert, dass sich Vertreter aus Nordkorea und aus der Ukraine ebenfalls in diesen Auftritt einbringen. Für mich ist das ein lebendiger Beweis für die ungebrochene Anziehungskraft des Workshops, der sich zunehmend internationalisiert.

Das zentrale Workshop-Motto heißt „BusPlus“. Damit wird einer der Megatrends in der Bus- und Gruppentouristik aufgegriffen. BusPlus zeigt, wie sich Gruppenreisen mit verschiedenen Verkehrsmitteln wie Flug, Schiff und Bahn auch zu fernen Zielen kombinieren lassen. In den Werbemedien zum RDA-Workshop und im Ausstellerkatalog sind „BusPlus“-Aussteller an den einprägsamen Icons mit Flugzeug, Schiff oder Bahn deutlich zu erkennen.

Die traditionelle Busreise hat sich in den letzten Jahren immer mehr zur Gruppenerlebnisreise gewandelt. Viele Busunternehmer nutzen ihr Wissen, um auch über die europäischen Grenzen hinweg Gruppenreisen anzubieten. Interessanterweise findet dort auch ein know how Transfer statt, der sich in den allermeisten Fällen als gegenseitig nutzbringend erweist. Das sorgfältige Durchplanen von Gruppen, das perfekte Beherrschen der Wertschöpfungskette sowie die wohldurchdachte Dramaturgie sind die Grundlagen für erfolgreiche Gruppenreisen.

Internationale touristische Organisationen wie die EACT, die European Alliance for Coach Tourism, oder GPN, das Global Passenger Network, nutzen den Workshop für ihre internationalen Meetings und selbstverständlich auch zu neuen Kontakten und Geschäften. Ich halte es für wichtig, dass das ausgebaut wird. In einer globalen Welt, muss eine große Messe auch beginnen, in globalen Kategorien zu denken und zu handeln.

Der diesjährige Workshop hat ebenfalls den touristischen Nachwuchs, die „Young Professionals“, im Blick. Einerseits wollen wir den Nachwuchs aus den Unternehmen auf den Workshop bringen und andererseits sind wir erneut auf die Hochschulen zugegangen. Denn gerade die Studierenden haben die beruflichen Karriereoptionen der Bus- und Gruppentouristik nicht hinreichend auf dem Radar. Auch hier wurden Ideen realisiert, die bewusst diese Zielgruppe ansprechen sollen. Wir wissen, dass viele der jungen Interessenten sich sehr für moderne Technik und Technologien interessieren. Ich bin mir sicher, dass jeder, der hier in Köln den Workshop besucht, ansprechende und hochinteressante Angebote finden wird.

Mit dem TrendForum werden spannende Branchenthemen aufgegriffen. So erörtert heute Prof. Dr. Martin Lohmann auf Basis der „ReiseAnalyse“ 2015, in welch vielfältigen Funktionen der Bus bei Urlaubsreisen genutzt wird. Im Durchschnitt machte jeder Bürger 1,29 Urlaubsreisen und 2,32 Kurzreisen. 

Im TrendForum werden dann am zweiten Tag Gruppentouristische Impulse im Fokus stehen. Der dritte Tag, der 23. Juli, widmet sich dann der Nachwuchsförderung und dem Fahrpersonal – zwei Themen, die sicherlich vielen unter den Nägeln brennen. Erstmals wird diese Veranstaltung auch per Livestream im Internet übertragen. Ich bin auf die Resonanz sehr gespannt.

Aber auch für das Messejahr 2016 kann ich bereits Neuerungen mitteilen:

Der Termin wurde auf Anfang Juli vorverlegt. Wir veranstalten den Workshop vom 5. bis zum 7.Juli 2016.

Erstmals wird die RDA-Mitgliederversammlung am Ende des 3.Messetages stattfinden. Alle Messen kämpfen darum, den letzten Messetag zu beleben. Wir glauben, dass wir damit eine gute Lösung dafür gefunden haben.

Und - wir hinterlassen keine Terminlücke: denn im April 2016 erhält die RDA Familie Nachwuchs, bzw. der Workshop einen Bruder:
In Friedrichshafen starten wir eine neue Messe exklusiv und ausschließlich für die Aussteller des 42. RDA Workshop 2016. Erste Informationen sind ab sofort auf unserer Homepage und am RDA Stand erhältlich. Weitere Infos: www.rda-fn-de

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
vom Workshop gehen alljährlich auch wichtige branchenpolitische Impulse aus. Wir freuen uns deshalb über die Teilnahme von Andras Mogyoro, in der EU-Kommission zuständig für Passagierrechte in der Generaldirektion MOVE. Er wird heute um 14.30 Uhr einen Vortrag über die Vorstellungen der EU zu Passagierrechten halten -nicht weil wir dafür eine Bühne schaffen wollen - sondern damit Sie direkt erfahren, was die EU auf diesem Gebiet vorhat und Sie sich aktiv mit Ihrer Meinung dazu einbringen können. Wie Sie wissen, gehört das Brüsseler Parkett mit zu unseren wichtigen Handlungsplätzen, wenn es um die Wahrung und Durchsetzung der Interessen der Gruppen- und Bustouristik geht.

Die europäische Tourismus- und Verkehrspolitik ist gegenwärtig alles andere als erfreulich. Die fiskalische, steuerliche und administrative Behinderung der grenzüberschreitenden Busverkehre hat Formen angenommen, die man schon zu Zeiten europäischer Zerrissenheit vorfand. Kleinstaaterei statt freier Fahrt, Behinderung statt Mobilität.

Die unterschiedlichen Mehrwertsteuerproblematiken sowie der zunehmende administrative Aufwand bei Grenzübertritten erschweren es europäischen Busunternehmen, ihre Geschäfte frei und ungehindert in einem gesamteuropäischen Markt auszuüben.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die internationale Zusammenarbeit auszubauen. Es ist insbesondere Aufgabe der EACT, der European Alliance for Coach Tourism, diese Probleme auf internationaler Ebene anzugehen.

Das schnelle Zusammenbringen von internationaler Expertise schafft die Voraussetzungen für ein zielorientiertes Handeln und vor allem erfolgreiches Agieren in Europa.

Ein weiteres sehr wichtiges Thema ist die im Herbst bevorstehende Verabschiedung der Pauschalreiserichtlinie in Brüssel. Hier geht es z.B. auch immer wieder um wichtige substantielle Fragen, wie die Beibehaltung der Stornierung bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl.

Der RDA ist gemeinsam mit der EACT aktiv in Fragen Mindestlohn: die Regeln belasten die grenzüberschreitende Reiseveranstaltung und konterkarieren die Förderung des Incoming - mithin die Aufgaben der DZT.

Und das Schlimme ist, viele Länder nehmen bezüglich des Mindestlohnes Deutschland als schlechtes Vorbild und orientieren ihre Regelwerke am Bürokratieweltmeister. Neuestes Beispiel liefert Norwegen. Ich hoffe sehr, dass sich die Recherche unseres Skandinavien- Repräsentanten Jan Sveen erhärtet, dass die norwegischen Vorschriften lediglich auf Kabotage und Anbieter aus Billiglohnländern zielen.

Die EACT und der RDA waren auch auf dem FISCALIS Seminar der EU mit Experten vertreten, um die EU zu sensibilisieren für eine steuerliche Gleichbehandlung von Bus, Bahn und Flug. Der RDA hat sich dazu intensiv eingebracht.

Man könnte an dieser Stelle die Frage stellen, weshalb engagiert sich der RDA, dessen Aufgabe in der touristischen Optimierung gesehen werden kann, in zahlreichen scheinbar belanglosen Dingen?

Die Sache ist eigentlich sehr einfach zu sehen: Busreisen sind Bodenverkehre und bewegen sich überwiegend in Europa. Jegliche Art von Störung (z.B. Unterwegskontrollen), komplizierte Einreisemodalitäten, hoher und differenzierter administrativer Aufwand und damit verbundene fortwährend ansteigende Kosten etc., schwächen unsere Position im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln und schädigen die Bus-und Gruppentouristik nachhaltig.

Nur wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen auf breiter Front zu verbessern und zu vereinfachen, um die Reisefreiheit auch mit Bussen ungehindert genießen zu können, werden wir weiterhin Erfolge haben. Dafür setzen wir uns ein.

Ich möchte allein nur an diesen wenigen Beispielen aufzeigen, wie wichtig, ein aktiver und lebendiger Verband für die Branche ist. Ich sage das auch rückblickend auf unsere Mitgliederversammlung in Leipzig. Ja, es hat Auseinandersetzungen gegeben, ja, es sind kontroverse Standpunkte aufeinandergeprallt und es hat Niederlagen und Enttäuschungen gegeben.

Der RDA hat jedoch stets in Zeiten gegensätzlicher Standpunkte eine Verbandskultur weiterentwickelt, die nach vorne geführt hat. Wir sind ein branchenübergreifender Verband, in dem vom Busunternehmer und Reiseveranstalter, über Hotels und Marketingkooperationen sowie viele andere  eine sehr große Vielfalt vertreten ist. Diese Vielfalt hat uns stets genutzt und uns allen Vorteile verschafft. Diese Vielfalt musste und muss aber auch gelebt werden mit Fragestellungen, die anfänglich vielleicht unbequem, mitunter unverständlich sind – aber im Miteinander gelöst werden. In diesem Prozess befinden wir uns gegenwärtig und ich bin davon überzeugt, dass wir ihn auch nutzbringend für uns alle ausgestalten können.

Lassen Sie uns in den nächsten Tagen auch in diesem Sinne weiterhin im Gespräch bleiben. Die Zeiten sind nicht einfacher geworden und die politische Großwetterlage in den Krisengebieten hat uns immer wieder aufgezeigt, wie angreifbar auch unsere Industrie sein kann. Gerade aber hier liegt für Aussteller und Einkäufer unseres diesjährigen Workshops eine besondere Chance. Ideen werden gesucht. Angebote und Flexibilität, um schnell auf Marktsituationen reagieren zu können.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns allen einen erfolgreichen Workshop, den ich hiermit offiziell eröffne.

Kontakt

RDA-Workshop Touristik-Service GmbH
Hohenstaufenring 47-51
50674 Köln
Telefon: +49 221 12 04 48
Telefax: +49 221 13 79 29
E-Mail: service @rda-workshop .de