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05.08.2008

Eröffnung des RDA Workshops, Rede von Richard Eberhardt, RDA Präsident

Stellvertretend für die heute zahlreich erschienenen Ehrengäste, begrüße ich sehr herzlich Marlene Mortler, Vorsitzende des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag, Fraktion der CDU/CSU, NRW-Staatssekretär Günter Kotzlowski,Ernst Burgbacher von der Fraktion der FDP, den Oberbürgermeister der Stadt Köln, Herrn Fritz Schramma, vom Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft den Präsidenten Klaus Laepple, der auch seinen Generalsekretär Michael Rabe mitgebracht hat. Aus der Emilia Romagna, Landesminister Guido Pasi. Ich grüße sehr herzlich den Präsidenten des Corps Touristique in Deutschland, Andreas Sakkas. Von unseren europäischen Partnerorganisationen aus Italien Willy Della Walle, Präsident des Italienischen CFD, aus Belgien den Generaldirektor der Busworld Kortrijk, Luc Glorieux, aus England Sean Taggart, Chairman des britischen Coach Tourism Council, und aus der Schweiz Jean-Richard Salamin, den Geschäftsführer der Car Tourisme Suisse.

Unter uns weilt auch der Geschäftsführer unseres Kooperationspartners, der Gütegemeinschaft Buskomfort, Martin Becker. Und wir freuen uns auch über die Anwesenheit des Präsidenten des Bundesamtes für den Güterkraftverkehr, Ernst Vorrath. Schließlich begrüße ich herzlich alle Anwesenden der nationalen und internationalen Tourismusorganisationen und Verbände, die zahlreich erschienenen, namhaften Vertreter der Industrie und natürlich wie immer die gut vertretene Presse.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seien Sie mir alle sehr herzlich zur offiziellen Eröffnung des 34. RDA Workshops auf dem Kölner Messegelände herzlich willkommen. Jede der 33 vergangenen Messen war eine Klasse für sich und stellte wichtige Weichen für die nächste Zukunft in unserer Branche. Auch gegenwärtig sind wir, wie so oft in den zurückliegenden Jahren, ausgebucht. Über 1.200 Aussteller haben ihre Ideen mitgebracht, um Europas größte Messe der Bus- und Gruppentouristik für drei Tage zum Mittelpunkt des Branchengeschehens zu machen. Im Focus des Interesses steht mit Sicherheit die uns im Moment am meisten bewegende Frage: Wohin geht die Reise angesichts der dramatisch explodierenden Energie- und Rohstoffkosten? Ein Thema, dass Aussteller und Besucher gleichermaßen bewegt, und das in Köln beim Erfahrungsaustausch ein Dauerbrenner sein wird.

Als Bustouristiker ist uns klar, dass wir dabei nicht nur auf die explodierenden Treibstoffkosten schauen, sondern auf ein komplexes Problem, dass immer nachhaltiger auf unsere Wertschöpfung durchschlägt. Hotels müssen heizen, kochen, waschen. Lebensmittel müssen eingekauft werden. Nichts geht ohne Energie und ist damit zwangsläufig in die gegenwärtige Kostenentwicklung eingebunden. Der Verbraucher muss privat tiefer in die Tasche greifen und sieht sich unberechenbarer, inzwischen auch unvorhersehbarer weiterer Preissteigerungen und damit neuer Sparzwänge ausgesetzt, die sich auf sein Konsumverhalten in wachsendem Maße hemmend auswirken. Wenn es nicht gelingt, diesen Kreislauf zu durchbrechen, gehen wir harten Zeiten entgegen. Nicht nur die Binnenkonjunktur lahmt schon, sondern ganz aktuell zeigt der IFO-Geschäftsklimaindex, dass die deutsche Wirtschaft perspektivisch einen Rückgang zu erwarten hat, wie zuletzt am 11. September 2001, unmittelbar nach der Zerstörung des World Trade Centers in New York.

Andere Länder in Europa sind in diesen Abwärtstrend schon stärker integriert. Deutschland konnte sich dank der ausgeprägten Exportwirtschaft, davon bislang noch deutlich abkoppeln. Die nationale Energiepolitik, eingebunden in ein europäisches Konzept gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung, wenn wir unsere Produkte im Inland und auf den Auslandsmärkten wettbewerbsfähig anbieten wollen. Es geht dabei am allerwenigsten um kurzfristige Alternativen, über die wir auch froh wären, sondern viel mehr um die langfristige Absicherung des Energiebedarfs der europäischen Volkswirtschaften.

In den vergangenen Wochen haben wir uns an die Bundeskanzlerin gewandt und mit Nachdruck auf unsere aktuelle Situation aufmerksam gemacht. Die Existenzbedingungen für viele unserer Mitgliedsunternehmen, haben sich dramatisch verschlechtert. Dabei wiegen die Probleme der Busbranche immer schwerer. Zunehmend erreichen uns aus den Reihen unserer Mitglieder Nachrichten, dass die erheblich gestiegenen Treibstoffkosten die Existenz ihrer Unternehmen substanziell bedrohen. Immerhin müssen für Treibstoffe in einem zwölf Monatszeitraums circa 35 Prozent mehr Kosten gegenüber 2007 aufgewendet werden. Dies ist besonders fatal, da die Busbranche in allen Bereichen voll besteuert wird und somit eindeutige Nachteile zu den Verkehrsträgern Bahn und Flug hat. Marktaustritte und damit die baldige Vernichtung zahlreicher Arbeitsplätze sind zu erwarten.

Vielerorts ist alles Machbare unternommen worden, um durch Optimierung und Rationalisierung Einsparpotenziale zu erschließen. Allerdings wurde die Branche in all ihren Bemühungen von den Treibstoffkosten mehrmals überrundet, um einen uns allen geläufigen Begriff aus der Motorsportwelt zu verwenden.

Ich richte an dieser Stelle abermals die Bitte an unsere Bundeskanzlerin: Frau Merkel entlasten Sie die Busbranche von der Mineral- und Ökosteuer. Tun Sie das nicht, werden die Leistungen im Personennahverkehr und in der Bustouristik nicht mehr im heutigen Maße zu erbringen sein.

Die Verkehrsträger Flugzeug und Bahn können nicht das übernehmen, was Busse leisten. Weder in der Menge noch in der Fläche und schon gar nicht zu dem Preis. Deshalb sollte dem Bus als dem wichtigsten Dienstleister pro Klimaschutz endlich die Befreiung von der Mineral und Ökosteuer eingeräumt werden.

Als zusätzliches Korsett unseres unternehmerischen Handels erweisen sich mangelnde Flexibilisierungsmöglichkeiten für unsere Branche. So bindet im Reiseverkehr die Pauschalreiserichtlinie die Reiseveranstalter vier Monate lang an die bestätigten Preise. Angesichts der ständig steigenden Rohstoffkosten erwächst daraus ein erheblicher Nachteil. Reiseleistungen von Punkt zu Punkt, wie Beispielweise im Flugverkehr, können jeder Zeit im Preis angepasst werden. Bei der Pauschalreise im Bus ist das allerdings nicht möglich.

Die reinen Kosten der Busbeförderung sind zwischenzeitlich ein erheblicher Bestandteil der Kostenkalkulation. Mobilität und Ökologie verbinden sich in der Bustouristik auf das Effizienteste. Das belegen wissenschaftliche Ergebnisse, wie die Studie des Ifeu-Instituts, die bereits im Jahr 2003 vorgelegt wurde und gegenwärtig aktualisiert wird. Vernachlässigen wir diese Erkenntnisse, hinterlassen wir nachfolgenden Generationen nur noch Ödland.

Wir haben es auch und gerade deshalb begrüßt, dass sich das europäische Parlament mit überwältigender Mehrheit für die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel ab 2012 ausgesprochen hat. Dies markiert einen wichtigen Punkt für mehr Steuergerechtigkeit und weniger Wettbewerbsverzerrung bei den unterschiedlichen Verkehrsträgern. Wir sind dem Berichterstatter Herrn Dr. Peter Liese dankbar, dass er sich so eindrucksvoll öffentlich dafür eingesetzt hat, die Nutzer von umweltfreundlichen Verkehrsträgern wie Bus und Bahn, zu entlasten. Ich zitiere Herrn Liese gerne mit den Worten: „Es ist ein Wahnsinn, das Bus und Bahn mit der Ökosteuer belastet sind. Hier sollte man in Zeiten hoher Benzinpreise zuerst ansetzen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein weiteres Ärgernis für die Branche werden die aktuellen Feinstaubrichtlinien, die zu Restriktionen bei Einfahrten in deutsche Städte geführt haben. In Ländern wie Frankreich, oder Italien, verhindern andere Restriktionen

die Einfahrt von Bussen. Das ist nicht nur für die Besucher, sondern vielmehr für die Städte kontraproduktiv. Denn Busreisegäste fördern insbesondere die Wertschöpfung der städtischen Wirtschaft. Hotellerie, Gastronomie, Kultureinrichtungen und der Einzelhandel werden durch das Fernbleiben bustouristischer Gäste nachweislich Schaden leiden. Wir treten bei dieser Frage für mehr Augenmaß und Realitätsbewusstsein ein.

Deshalb, appelliere ich speziell an die europäischen Kommunen und insbesondere an den deutschen Städtetag. Denken Sie an Lösungen pro Bus. Ihre Entscheidungen betreffen sehr stark den Inlandstourismus, wie auch im wachsenden Maße das Incoming-Geschäft. Hier ist schnelles und überlegtes Handeln angesagt, sonst verlieren wir uns in einem unüberschaubaren Dschungel von Kleinstaaterei-Bürokratie, die nur kontraproduktiv sein kann.

Neben den Treibstoff- und Energieproblemen hat die Branche in ganz Europa nichts mehr belastet, als die neue Verordnung zu den gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten. Sprich die Aufhebung der 12-Tage-Regelung. Was wir in Folge der neuen Bestimmungen einzuführen, zu erfinden oder umzusetzen haben, entspricht eigentlichen allen Inszenierungen eines Tollstücks für negative Betriebsentwicklungen. Darum sind wir sehr froh darüber, dass das europäische Parlament, Anfang Juni mit überwältigender Mehrheit einen Bericht angenommen hat, der die Wiedereinführung einer modifizierten 12-Tage-Regelung im internationalen Reiseverkehr vorsieht. Im Vorfeld der Brüsseler Anhörung hatten sich auch die Sozialpartner auf eine Wiedereinführung geeinigt.

Da in Brüssel nun der Ball bei den EU-Verkehrsministerrat liegt, ist es sehr wichtig, das auch die nationalen Parlament ihre Regierung zur Wiedereinführung auffordern. In der Debatte des Ausschusses für Verkehr,- Bau- und Stadtentwicklung des deutschen Bundestages haben sich fraktionsübergreifend Abgeordnete für die Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung ausgesprochen. In der darauf folgenden Abstimmung wurde der entsprechende Antrag der Regierungskoalition von CDU/CSU angenommen. Das begrüßen wir außerordentlich. Das Ergebnis dieser Abstimmung werten wir als weiteren Etappensieg und klaren Auftrag, an die Bundesregierung die Sache im EU-Verkehrsministerrat zu unterstützen. Möglich wurde das auch durch die gemeinsame Arbeit des RDA und BDO.

Der 34. RDA Workshop präsentiert sich in diesem Jahr innovativ und nach vorne schauend. Jeder hier weiß um unsere Sorgen. Jeder hier weiß aber auch, dass die Fortbewegungsrichtung der Bustouristik immer nach vorne gerichtet ist. Das liegt in der Natur der Sache.

Ich bin davon überzeugt, das Köln im Jahr 2008 eine Fundgrube aus Ideen ist, aus denen gemeinsam geschöpft werden kann. Wir haben stets das Ohr am dichtesten am Kunden gehabt. Es gibt kaum eine andere Branche die enger mit ihren Kunden verbunden ist und sich so auf deren Bedürfnisse einstellt. Lassen sie uns das auch für künftige Geschäfte nutzen.

Köln ist die Chance, dass Morgen zu gestalten, und gleichzeitig mit geballter Kompetenz der Bustouristik Lösungen für die Gegenwart zu suchen. Es ist für mich gerade deshalb mehr als ein symbolischer Zufall, dass wir mit unserer RDA-Party in die Messe zurückkehren. Sozusagen in den Schoß der Familie zurück.

Ich darf Sie jetzt schon herzlich zu diesem Event morgen einladen. Das tue ich natürlich auch um an dieser Stelle, der Stadt Köln und Oberbürgermeister Schramma für die stets konstruktive Unterstützung zu danken. Schließlich fühlen wir uns hier wohl, am richtigen Ort seit weit über 20 Jahren und greifen die gebotenen Chancen auf. Mögen sie uns allen Perspektiven, neue Kontakte und hoffentlich auch gute Geschäfte eröffnen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Kontakt

RDA-Workshop Touristik-Service GmbH
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